Dienstag, 1. April 2014

Wenn einer eine Reise tut (erster Teil)...

Das Internet in meinem Hotelzimmer war so grauhaft schlecht (das Hotel dagegen war für Londoner Verhältnisse wirklich komfortabel, sauber und grosszügig), dass ich nicht einen einzigen Tag wirklich bloggen konnte. Kaum hatte sich die Seite aufgebaut, musste ich schon wieder gehn oder war so müde, dass ich keine Zeile mehr schreiben konnte - erinnerte mich alles an die erste Zeit des WWW, da haben wir noch alle voller Geduld den Pixeln beim sich aufbauen zugesehen. Aber heute, nein, heute will ich das nicht mehr.

Also kommt erst heute mein Reisebericht:
Zunächst einmal, ich liebe London. Woher diese Affinität kommt, ich kann es nicht sagen. Ich liebe auch das englische Mittelalter. Da kann man berechtigterweise auch fragen: "Wieso das denn?". Tja, auch das weiss ich nicht so genau.
Aber alles was in England um 1000 begann und so vor 1500 endete, schlägt mich in seinen Bann. Vielleicht ist es die Vorstellung von Helden in glänzender Rüstung auf grossen Pferden, die die Prinzessin aus den Klauen des Bösen befreiten.... Sicher nicht! Ich weiss schon, dass das Mittelalter kein Streichelzoo war und das Leben brutal und hart. Dennoch bin ich fasziniert von dieser Zeit und lese und gucke alles, was ich darüber finden kann.
Daher ist es wohl denn auch nicht verwunderlich, dass ich London einfach magisch finde.

Herr G. war dieses Mal froh, dass er nicht mit musste, war er doch schon mal mit mir in der Metropole und musste Stunden um Stunden im Tower, in Hampton Court, in Westminster und und und verbringen. Nein, ich denke, so schnell bekomme ich ihn dort nicht mehr hin. Sein Verständnis, warum ich jetzt das alles noch mal sehen möchte, hält sich in sehr kleinen Grenzen...

Nachdem ich also diesen Flug überlebt hatte (auch den Rückflug, wie ihr sicher schon erkannt habt), ging es am Montag erst mal los bei Canning - Sprachunterricht. Schliesslich war ich nicht zum Spass in London.
Sollte einer von euch noch einen Englischkurs brauchen oder vielleicht auch ein Präsentationstraining, diese Schule kann ich wärmsten empfehlen. Ich war da jetzt schon das zweite Mal (gut, könntet ihr einwenden, wenn ich da zweimal hin muss, kann es so gut nicht sein.... - stimmt aber nicht, ich war da, um noch besser zu werden ;-)) und Trainer, Konzept, Schule und nicht zu vergessen, die anderen Teilnehmer, dass alles hat mich mehr als überzeugt.

Nun, nach einem Tag Englisch im Gruppenkurs, wir waren zwei Leute in der Gruppe, die Aufmerksamkeit des Trainers ist dir ständig sicher, ging's abends noch ins Pub. Tradition bei Canning, erster Abend, Pub, Kennenlern-Getränk, Small-Talk.
Dabei wurden dann ganz merkwürdige Speisen aufgetragen, die ich wirklich, wirklich nicht probieren konnte. Teig mit Blutwurst und innen ein Ei. Das Ganze kommt aus Schottland (hat auch einen Namen, der quasi nur durch mein Hirn geflogen ist, ohne dort Halt zu machen) und nein, auch bei meiner grossen Liebe zum Essen, das ging nicht....


Da bin ich abends mit den anderen lieber noch zum Italiener gewackelt und hab ein Thunfischsteak gegessen. Das war jetzt auch nicht das kulinarische Highlight, aber besser als Blutwurst....

Meine Tage bestanden also aus Unterricht, meine Abende aus ein Kultur in der National Portrait Galerie (wo wir eine mega tolle Führung mit Lindsay hatten), einer Bootsfahrt auf der Themse, einem Spaziergang durch London Westminster und Covent Garden, ein bisschen Stöbern im Waterstone Bookstore (mein Gott hätte ich da Koch- und Back- und Historische Bücher shoppen können) UND jede Menge gutem Essen.

Hier ein paar Eindrücke. Die Bilder sind nicht besonders gut, da alle mit meinem Handy gemacht, aber ich denke, sie vermitteln eine Idee, wie schön es war.... und lecker!!!!! 

Gut, bei mittags einem warmen Essen und abends einem warmen Essen, kann man kulinarisch auch echt was erleben. Zwei Kilo schwerer und mit jeder Menge neuer Ideen im Kopf und Geschmäckern auf der Zunge, kam ich wieder heim. 
Bevor ich allerdings all diese Ideen in die Tat umsetze, müssen die Kilo wieder runter - Gemüse - Time :-)
















Die Zeit verging viel zu schnell und schon war Freitag. Bedauernd hab ich Abschied genommen von den Leuten bei Canning und meinen "Mitschülern". Man gewöhnt sich binnen einer Woche so aneinander, es ist echt verrückt. Und weil man weiss, dass man sich wohl so schnell nicht wieder sieht, ist es schon auch ein bisschen traurig.

Aber vor mir lag noch ein schöner Abend und ein wohl noch schönerer Samstag mit Freunden. Also ein Lächeln aufgesetzt und in die U-Bahn gehechtet, in der Hoffnung, den Weg zu dem anderen Hotel gleich zu finden... 

Und ob das geklappt hat... kommt dann bald!!!!

Habt eine gute Nacht, alles Liebe.

Bea



1 Kommentar:

  1. Huhu
    Tatsächlich hält sich meine Begeisterung für Inselaffen sehr in Grenzen. Es fängt damit schon an, dass man Geschäfte in einer Metropole wie London bereits um 18 Uhr schliesst. Kirchen sind zu, U Bahn überfüllt (die auf der ganzen Welt Underground heissen, nur in London nicht, dort heisst sie Tube. Dabei ist sie nicht mal rot weiss gestreift. Aber lassen wir das...).
    Vermutlich muss man die Bewohner wegsperren vor Sonnenuntergang - es gibt da ja so spannende Geschichten, Krimis aus der Unterwelt und weitere lustige Märchen von Autoren mit schwarzem britischem Humor. Ich schweife ab...
    Sehenswürdigkeiten, wie der Name schon sagt, sollte man würdigen und nicht jeden Stein im Museum umdrehen, ihn schütteln bis er die jahrtausendalte Geschichte zurück bis zu seinem Steinbruch erzählt, wo er anno dunnemols von Mutter Fels aus ihren staubigen, bemoosten Armen gerissen wurde.
    Klar hängen in den Museen der Welt tolle Bilder, Teppiche und Skulpturen. Millionen von Menschen rennen da auch hin - die Hälfte davon müssen wohl mit. Am lapprigen Musuemssandwich oder der Bratwurst für Zahnlose kann es ja nicht liegen, dass Mann mit muss...
    Beim letzten Besuch wurde ich vor ein Fischbild von Paul Klee gestellt. Fische erkannt – check, Wasser hellblau und dunkelblau – check. Weiter, nächstes Bild. Da hatte ich die Rechnung ohne die Führung gemacht, die mir versuchte die Vielzahl der Farben (Hä? Blau halt…) zu zeigen und das Leben im Bild zu zeigen (Fische. Hätte ich sie zählen sollen???).
    Ich kann, und ich denke ich spreche da für die Mehrzahl der Männer, ich nicht für Farben und erst recht nicht für die abartigen Namen der Farben begeistern so wie ihr Mädels. Das ist auch gut so. Ich wüsste sonst nicht, ob ich heute die blaue Jeans mit dem cremefarbenen oder das süddeutsche Legehuhneierschalenfarbenem oder das ehemalige weissen Hemd anziehen soll…
    Das entscheide ich aber später. Jetzt ins Bad. Das Fossil, welches ich da in dem Spiegel sehen darf, hätte auch Museumscharakter. Anziehen und dann ab ans Frühstücksbuffet.
    Mal schauen was mich in Bad Tölz heute und die nächsten Tage erwartet.
    Liebe Grüsse vom Luxusschnitten Mann, Mr. G

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