Mittwoch, 4. Juni 2014

Unser Urlaub in der Toskana - Teil 1

Hier war es die letzten Tage etwas ruhig, was daran lag, dass einfach viel zu viel los war. Und wenn mal nix los war, dann war auch mit mir nix los. 

So ist das eben manchmal... 

Der Reisebericht über die Toskana steckt schon lange in der Tastatur und in meinem Kopf und heute komme ich nun endlich dazu, wenigstens mal den ersten Teil zu liefern.

Ostersamstag wurde das Auto geladen und auf ging es in die Toskana. Die Toskana ist für mich eine der schönsten Gegenden Italiens. Nicht allein wegen der unglaublich tollen Landschaft, den mittelalterlich anmutenden Städtchen, sondern auch wegen dem so wunderbaren Essen, dem Wein, dem Olivenöl und dem Grappa.

Die ersten Tage wohnten wir in der Frattoria Rignana in der Nähe von Greve in Chianti. Das Anwesen liegt wunderschön gelegen mitten im Nirgendwo. Der Weg dahin war abenteuerlich, die Schlaglöcher zumeist so tief, dass du locker hättest ein Kleinkind drin versenken können. Es regnete in Strömen und als ich das alte Gebäude betrat, wo es winterlich kalt war, sank meine Stimmung im ersten Moment Richtung Eiszeit (eins der zahllosen Beispiele, dass ich meinen Namen "Luxusschnittchen" mehr als verdient habe, mein Herr G.).
Aber die wirklich freundlichen Hausangestellten heizten sofort den Kamin ein und ruck zuck war eine gemütliche Atmosphäre gezaubert. 
Unser Zimmer war urig, seit dem 11. Jahrhundert, als dieses Anwesen gebaut wurde, hatte sich, zumindest in unserm Zimmer nicht viel verändert. Die Tür wurde mit einem grossen Riegel geschlossen, liess aber noch genug Raum, um Luftzirkulation zu gewährleisten. Der Vorläufer unserer Raumbelüftungsanlagen. Clever!!!
Das Zimmer meiner Eltern lag Richtung Innenhof und war, anders als unseres, sehr kuschelig. Unten drunter war die Küche und die hatte einen unglaublichen Kamin. Da hätte man locker 3 Kühe gleichzeitig grillen können, am Stück.
Dieser Kamin war immer in Betrieb, da die Küche auch Dreh- und Angelpunkt der Leute war, die dort arbeiteten. Daher war es bei meinen Eltern immer schön warm und es roch eben auch wie in einer Räucherkammer. Aber diese Kleinigkeiten konnten den Charme des Anwesens nicht trüben.

Die Frattoria verfügt nicht nur über einzelne Zimmer, sondern auch um eine sogenannte Villa, die man gut und gerne mit zwei, drei Familien buchen kann. Das Frühstück wird mit allen Gästen der Frattoria gemeinsam eingenommen, aber ansonsten hat man einen eigenen Komplex für sich. Teil der Villa ist auch eine grosse Halle, wo man es bei schlechtem Wetter schon mal aushalten kann - klar, auch mit Kamin und wunderschönen Deckenmalereien. 

Umgeben ist der Gebäudekomplex von einem grossen Garten mit Pool. Ostern war es noch etwas frisch zum Baden, aber man kann sich leicht vorstellen, wie wunderschön es im Sommer sein muss, wenn man vom Pool aus in die Weiten der Toskana blicken kann. Da kann die Seele baumeln...




Nach der abenteuerlichen Fahrt wollten wir eigentlich nicht noch mal weg, aber die Unternehmungslust trieb uns aus dem Haus. Auf ging es nach Greve und da das Wetter immer noch nicht beständig war, brauchten wir eine "Inndoor"-Beschäftigung. Und was liegt in der Toskana da näher als eine Weinprobe? Gesagt getan. Wir steuerten zielsicher die "Le Cantina di Greve in Chianti" an. 

Die Cantina ist ein ganz einzigartiger Ort. Sie liegt unterhalb des Stadtzentrums von Greve und bietet nicht nur 140 verschiedene Weine zum Probieren, gemütliche Ecken zum Verweilen, Bücher und Bildbände der Umgebung und leckere Wurst- und Käseplatten, hier gibt es auch noch jede Menge andere Leckereien der Umgebung. Man kann unter anderem Olivenöl probieren.
In der Cantina findet man Leute Karten spielend bei einem Glas Wein sitzen. Menschen, die es sich mit einem Buch in der Ecke gemütlich gemacht habe, lachende Gruppen, die sich durch das Sortiment trinken und Verrückte, wie mich, die mit der Kamera alles festhalten, was ihnen vor die Linse kommt.

Das Besondere an der Cantina ist sicher auch die Tatsache, dass man den Wein an Automaten "ziehen" kann. Oh, werden jetzt einige aufschreiben, Automaten, wo bleibt die Atmosphäre. Es hat Atmosphäre und es macht Spass mit seiner Chipkarte von Automat zu Automat zu schlendern und einen Schluck hier und da zu versuchen. Die "Schlückchen" kosten je nach Wein zwischen 80 Cent und 4 Euro (wobei der 4 Euro-Schluck genau einmal vertreten ist). Das ist abhängig vom Wein, den man verkosten will und von der Menge, die in das Glas laufen soll. 

Wir haben also unsere Karte mit 20 Euro aufgeladen, uns zwei Toskanische Platten bestellt und los ging's. Da wir ja Zeit hatten, schliesslich war Urlaub, verbrachten wir hier die Zeit bis zum Abendessen in sehr gemütlicher Runde. 



Den Abend verbrachten wir in der "La Cantinetta die Rignana". Das Essen war wirklich gut, aber wir hätten uns über eine Karte in Englisch sehr gefreut. So war es schon eine kleine Herausforderung. Gut, dass man Pasta mit Trüffel und Bistecca alla Fiorentina nicht übersetzen muss.
Im Sommer sitzt man im Freien und hat einen wunderbaren Blick über die Toskanischen Hügel, dazu ein guter Wein - Herz, was brauchst du mehr.

Am Sonntag ging es nach Sienna. Es war Ostern und wir wollten die Messe im Dom besuchen. Wir kamen kurz bevor der Gottesdienst begann und fanden noch einen guten Platz, wenn auch ein Stehplatz, von wo wir sowohl Altar als auch Chor gut sehen konnten.

Verstanden haben wir nichts, aber das war nicht so schlimm. Die Atmosphäre war wunderbar. Ich als Liebhaber des Mittelalters hatte eh ganz eigene Bilder im Kopf.

Nach der Kirche schlenderten wir noch durch den Dom, machten jede Menge Fotos, bevor wir die Stadterkundung begannen. Wir assen das wohl teuerste Eis der Stadt - wie blöd kann ein Tourist auch sein - genossen aber dennoch diese wunderbare Stadt.





Weiter ging es nach Volpaia, meinem Lieblingsort der Toskana. Klein, verwunschen, irgendwie unreal. So muss es wohl hier auch im Mittelalter ausgesehen haben. Die Häuschen gebaut mit dem, was man gerade gefunden hat. Alte Holztüren mit schweren Riegeln, wunderschön berankt mit Blumen. Seufz! Gern hätten wir hier auch was gegessen, denn die Küche des kleinen familienbetriebenen Restaurant "La Bottega" ist aussergewöhnlich gut. Gut, konnte ich das schon vor drei Jahren testen, bei unserem letzten Aufenthalt in der Toskana, wo wir diesen wunderbaren Ort entdeckten.
Leider hatte die Küche geschlossen zwischen vier und sieben. Und es war gerade fünf nach vier... Super Timing!




Also ging es wieder zurück nach Greve. Hier bekamen wir um 5 Uhr zumindest einen Aperitif. Essen haben wir dann auch noch bekommen und zwar hier. In der Cantina waren wir vor drei Jahren schon mal. Es ist das Restaurant mit dem Chef der niemals lächelt - zum schiessen lustig. Das Essen ist gut, vor allem die Pizza. Und das Wichtigste, es gab um 6 Uhr Essen und wir hatten Hunger, da ist man nicht wählerisch.




Den restlichen Abend verbrachten wir in der Räucherkammer, die meine Eltern ihr Zimmer nannten bei einem Glas Wein und für die Männer ein Bierchen.

Was noch so los war in der Toskana? Das erfahrt ihr im nächsten Teil....

Jetzt erst mal einen wunderschönen Tag und bis ganz bald!!!!!

Alles Liebe,

Bea

Kommentare:

  1. Die Toskana ja das wird unser naechstes Italienziel- danke fuer diesen tollen Bericht- wir waren nun 14Tage in Italien- Rim und dann nachbSüditalien an der Amalfiküste entlan nach Sorrento- das waere genau das Richtige fuer dich- falls ihr diesen Küstenabschnitt noch nicht kennt- ein Traum!!!! Lg Gerlinde

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  2. Amalfiküste steht bei uns noch auf der Liste.... Da wollten wir eigentlich schon letztes Jahr Ostern hin, es wurde dann aber doch wieder die Toskana, weil meine Eltern dort unbedingt mal hin wollten.
    Aber bald, hab nur Wunderschönes darüber gelesen....

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