Freitag, 18. Juli 2014

Weihnachten und Silvester im Paradies - Mahè

Ankunft in Mahè, 30 Grad, 80% Luftfeuchtigkeit - bumm!

Nach der Emigration, die hier deutlich schneller ging als in Dubai, holten wir unser Auto bei Elvis ab. Wer auf Mahè ein Auto mietet, trifft fast unweigerlich auf Elvis, eine Institution am Flughafen.

Jetzt glaubt man ja, das Linksfahren ist die erste Herausforderung, der man sich auf den Seychellen stellen muss. Stimmt nicht. Wir hatten erst mal Mühe unser Gepäck und uns in das Zwergenauto zu bringen. Irgendwann war das geschafft und los ging es.

Die Einwohner der Seychellen setzen ein Mindestmass an Ortskenntnis voraus, einen anderen Grund kann die dürftige Beschilderung auf den Strassen nicht haben. Nach mehreren Rundfahrten durch Victoria - und diese Hauptstadt ist grössentechnisch nicht vergleichbar mit europäischen Hauptstädten, soll heissen, wir hatten innerhalb 10 Minuten alles gesehen - fanden wir dann doch noch den Weg.

Wir wussten schon aus dem Reiseführer, dass wir über den Berg auf die andere Seite der Insel mussten, aber das es so beschwerlich werden würde für den kleinen roten Flitzer, dass war uns nicht klar. Mehr als 30km/h waren meistens nicht drin und die Entscheidung hiess: Klimaanlage oder Geschwindigkeit.
Später meinte unsere Vermieterin, wir hätten die für Touristen eher beschwerliche Route genommen - überrascht war ich nicht.

Unsere erste Unterkunft, die Villas de Jardin waren schlichtweg der Hammer! Wunderschöne Selfcatering Häuser, hoher Ausbaustandard mit einem atemberaubenden Blick aufs Meer. Ich war schockverliebt, vom ersten Augenblick.
Zur Anlage gehörte ein Pool, den wir nach der Ankunft erstmal ausgiebig testeten.

Port Glaude hat nur ein Restaurant, das Sundowners. Das Restaurant liegt direkt am Meer und man hat während des Essens uneingeschränkte Sicht auf die schönsten Sonnenuntergänge. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, es ist traumhaft dort.
Aber wie jeder traumhafte Ort, hatte auch der einen Haken. Man kann dort nicht mit Karte zahlen und wir hatten kein Bargeld dabei. Also ist Herr G. losgefahren, um Geld zu holen und kam mit 300 Rupien zurück, was ungefähr 17 Euro entspricht. Das reichte nicht mal für unsere Getränke. Musste er glatt noch mal los - aber anschliessend kannte er den Umrechnungskurs :-)




Die Wellen oder die Sonne weckten uns - zumindest die Ü40 Fraktion - um 6 Uhr. Unglaublich, morgens schon im Bikini auf der Terrasse rumlungern, lesen, den Sonnenaufgang beobachten - himmlisch!
Erster Tag Mahè, Inselerkundung stand auf dem Programm. Zunächst ging es zum Anse Soleil, eine malerische Bucht eingerahmt von riesigen Granitfelsen und fast menschenleer. Trotz der schon fast kitschigen Kulisse, entschieden wir uns, weiterzufahren zum Anse Intendance.
Die Brandung hätte mich stutzig machen sollen, aber naiv, wie ich war, stürzte ich in die Fluten und kurz darauf wurde ich von einer Welle auf den Strand gespuckt. "Bäh!" machte das Meer und ich hatte die Botschaft verstanden. Für den Tag hatte ich ohnehin genug von Wasser und Wellen und Sand. Den trug in nämlich kiloweise in meinem Bikini spazieren.
Und weil wir so ungastlich behandelt wurden, fuhren wir zum nächsten Strand. Wenn die Seychellen eins im Überfluss haben, dann Strände.





Am Anse Forbans im Strandrestaurant "Surfers Beach" machten wir Station und ich hatte das beste kreolische Curry der ganzen Ferien!!!
Vorbei am Anse Royal - den ich jetzt weniger schön fand als erwartet, ging es nach Victoria, wo wir die Fährtickets nach La Digue kauften. Anschliessend erkundeten wir noch einen Supermarkt, der eigentlich eher an einen Kolonialmarkt denn an einen modernen Supermarkt erinnert. Wir kauften "abgepackt", denn mit der Sauberkeit stand es auch nicht zum Besten... Frisches Obst kauften wir bei einem Strassenhändler an der Strasse, das erschien uns sinnvoller.




27. Dezember - Mahè - Regen. Es regnete ohne Unterlass und wenn es nicht regnete, dann dampfte die Erde. Man war nass, so oder so!
Aber was macht denn ein bisschen Regen schon. Unser Tagesziel hies "Jardin de Roi". Ich hatte im Reiseführer gelesen, dass in diesen Gärten all die einheimischen Gewürze kultiviert würden, die den Seychellen im 18. Jahrhundert grossen Reichtum gebracht haben. Und für uns, die die meisten Gewürze nur aus dem Glas kennen, war es spannend zu sehen, wie Pfeffer, Safran, Vanille oder Zimt wachsen.





Nach dem botanischen Nachhilfeunterricht ging es zur Takamaka Destillerie, Rum verkosten. Das macht sich ganz toll bei 28 Grad und 80% Luftfeuchtigkeit, mit wenig Nahrung im Magen. 2 Flaschen wanderten in unseren Taschen und weiter ging es. Am liebsten hätte ich auf der Terrasse ein Nickerchen gemacht, aber wir hatten Hunger.




Arms of Pirate war die Wahl des Abends. Naja, wir hatten schon besseres Essen. Das Restaurant wird in allen Reiseführern und im Internet als Intreff bezeichnet. Ich fand es schlecht. Dorthin würde ich sicher nicht mehr gehen.



Der letzte Tag auf Mahé - immer noch Regen. Grosses Kino! Also haben wir uns die Bücher geschnappt, es uns auf der Terrasse gemütlich gemacht und den Tag ausgiebig gechillt. Abends hatten wir einen Tisch reserviert im Marie Antoinette. Dieses kleine Restaurant ist ein wahrer Schatz. Zu Essen gibt es, was der Koch vorbereitet hat. Serviert werden so viele einheimische Köstlichkeiten waren, dass der Tisch sich unter der Last biegt. Egal, was sie brauchten, es war alles lecker und man konnte Nachschlag haben, sooft man wollte.
Eine Wand ist gespickt mit abertausendenVisitenkarten von Leuten aus aller Welt. Unglaublich, wer dort alles schon bewirtet wurde. Wir haben auch eine Visitenkarte hinterlassen.

Am nächsten Morgen fuhren wir zum Hafen, legten - auf Anweisung von Elvis - den Schlüssel ins Auto und liessen das Fenster auf (jawohl...., so geht Autorückgabe auf kreolisch) und nahmen die Fähre nach La Digue. Mir macht Bootfahren nichts aus, aber um mich herum wurden die Leute erst blass, dann grün und manche fütterten die Fische.... Wenn man so empfindlich ist, können 1 1/2 Stunden Überfahrt schon lang sein. Herr G. und ich haben jede Minute genossen, unser Teenager hat wohlweislich die Fahrt verschlafen...



Und da war sie, La Digue - die Insel, die mein Herz im Sturm erobern sollte... Aber davon beim nächsten Post...

Habt einen schönen Tag und alles Liebe,

Bea




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