Montag, 21. Juli 2014

Weihnachten und Silvester im Paradies - La Digue

Da waren wir also, La Digue. Ich hatte im Vorfeld so viel Schönes von dieser Insel gehört, dass ich unglaublich gespannt war. Am Hafen wurden wir von Remo abgeholt und in unser wunderbar schönes Boutique Hotel "Le Repaire" gebracht.


Das mal gleich vorweg, dieses kleine Schmuckstück wird liebevoll geführt von Remo und Nicoletta, zwei sehr charmanten Italienern. Vom überaus herzlichen Willkommen bis zu unserer Abreise haben wir uns hier so wohlgefühlt, so daheim, dass wir ganz sicher wiederkommen werden.
Na und die hervorragende italienische Küche hat dazu geführt, dass wir auf La Digue nirgend wo anders essen waren als in unserem Hotel... Remo's Pizza ist die Beste der südlichen Hemisphäre und ich habe das Rezept mit den Hause gebracht, wie ihr hier lesen könnt.

Mit so einer Pizza starteten wir dann auch gleich unseren Aufenthalt im Le Repaire, da wir Mahè ja ohne Frühstück verlassen hatten.
Anschliessend wollten wir zu Fuss am Strand entlang (wir Geizhälse wollten das Geld für den L'Union Estate sparen) zum Anse Source d'Argent, aber irgendwie hatten wir das mit den Gezeiten nicht so im Griff. So waren wir dann schliesslich gezwungen, aus dem Wasser auf befestigte Wege zu wechseln und kamen just am Eingang des Naturparks raus. Ha, doch 300 Rupien Eintritt zahlen. Sowas kommt von sowas!!!!!




Für den Eintritt gab es dann auch einmal Kokosnusswasser und eine kurze Einführung in die Herstellung von Kokosnussöl. Das wird auf La Digue noch ganz tradionell hergestellt und ist nicht nur gut für die Haut... Ausserdem riecht es ganz lecker!
Kurz darauf erreichten wir den von Granitfelsen eingerahmten Strand. Handtuch in den Sand, Körper drauf und chillen. Ach, wie schön kann das Leben sein.
Das Wasser hat genau die richtige Temperatur für mich, denn bei 26 Grad Wassertemperatur kann selbst ich mich sofort in die Fluten werfen.

Auf dem Rückweg machten wir noch Halt bei den Riesenschildkröten, die rund um den 4000 qm grossen Granitfelsen leben. Am Nachmittag, so stellten wir fest, herrschte bei der Grossfamilie "Schildkröte" gefrässige Stille.
Den Abend verbrachten wir im Hotel, warum woanders hingehen, wenn daheim so gut gekocht wird.

Nach dem Frühstück bekamen wir dann unsere Fahrräder. Auf La Digue geht praktisch nichts ohne Fahrräder. Es ist DAS Fortbewegungsmittel. Klar, es fahren auch ein paar Autos und noch wenige traditionelle Ochsenkarren, aber das Gros an Einheimischen und Touristen bewegt sich mit dem Fahrrad fort.
Mit dem Fahrrad machten wir uns auf zum Anse Patates, ganz im Norden von La Digue. Wir radelten durch den schon sehr geschäftigen Ort Passe, vorbei am Hotel Le Domaine de L'Orangeraie, vorbei am Friedhof, leider auch vorbei am Anse Patates und landeten schliesslich am Ende der Zivilisation am Anse Fournis. Und gut hörte da dann auch die Strasse auf, wir wären einmal um die Insel gefahren.




Schliesslich hatten wir den Anse Patates gefunden und wollten eigentlich nur noch ins Wasser zum Schnorcheln, aber Schnorcheln konnte man da leider nicht. Aber egal, in so einem Paradies sind solche kleinen Rückschläge einfach unwichtig.
Wir hatten unsere Bücher dabei, das Wasser war herrlich, die Strandbar gleich über der Strasse, der Tag konnte nur perfekt werden.
Gut, die Familie, die sich dann am späten Nachmittag nicht weit von uns niederliess und deren Töchter eine Gitarre auspackten und anfingen zu singen, das hätte es jetzt nicht gebraucht... Es war Zeit zu gehen. Wir machten kurz Stop im Supermarkt - wobei das Wort hier voll übertrieben ist, denn der Supermarkt war ein Raum von 15 qm, wo es gab, was man so braucht, Chips bis Zahnpasta war alles zu haben...
Die Abende endeten meistens gegen 22 Uhr, was nicht nur gut für die Schönheit ist, sondern man ist auch ganz schnell ganz schön entschleunigt!!!!




Und dann kam Silvester. An Silvester und auch Neujahr begleitet mich immer eine gewissen Melancholie. Das alte Jahr wird verabschiedet und meist macht es mich traurig, weil es doch viel Gutes hatte und man vom neuen Jahr ja nie weiss, was es bringen mag. Daher mag ich diese beiden Tage eigentlich überhaupt nicht.
Aber auf  La Digue begann auch der Silvestermorgen mit viel Sonne und keine melancholische Stimmung stellte sich ein. Nach dem Frühstück ging es mit den Rädern zum Grande Anse. Wir wollten heute bis zum Anse Chaiman wandern.
Den Weg zum Grande Anse findet man eigentlich ganz einfach, eigentlich! Wir verfuhren uns natürlich wieder. Aber irgendwann kamen wir dann doch an und die Wanderung konnte beginnen. Nicoletta hatte uns alles gut erklärt und so fand wir den Weg vom Grande Anse zum Anse Petite ganz leicht. Nach einem kurzen Weg durch sumpfiges Grasland und Klettern über Granitfelsen, erreichten wir den Strand. Der Anse Petite ist wunderschön und lädt eigentlich zum Verweilen ein, aber unser Ziel war ein anderes und so ging es weiter, Granitfelsen rauf, Granitfelsen runter (bei der Luftfeuchtigkeit eine echte Herausforderung) und erreichten schliesslich den Anse Coco. TRAUMHAFT!!!! Mehr kann man dazu eigentlich nicht sagen. Türkisblaues Wasser, weisser Sandstrand und viele Fische, ein wunderbarer Platz zum Schnorcheln. Das wir den Tag an dem Strand verbrachten, lag daran, dass wir den Weg zum Anse Caiman nicht fanden... Trotz Beschreibung und selbstgemalter Karte waren wir einfach nicht fähig den Weg zu finden. Aber der Anse Coco war jetzt keine Bestrafung. Also legten wir unser Handtuch unter den einzigen Baum am Strand und stürzten uns mit unserer Schorchelausrüstung ins Wasser.





Am Abend gab es bei Remo und Nicoletta ein üppiges Abendessen, was - wie bei Italienern üblich - bis kurz vor Mitternacht dauerte. Um 12 Uhr lagen wir am Strand, betrachteten den grandiosen Sternenhimmel, hörten die Schiffe im Hafen hupen und begrüssten das neue Jahr ganz still und leise.

Den ersten Tag im neuen Jahr starteten wir früh und machten uns mit den Rädern auf zum Anse Source d'Argent. Wir waren tatsächlich die ersten am Strand und suchten uns den schönste Platz aus. Schwere Entscheidung... Da Ebbe war konnten wir wunderbar durch das knietiefe Wasser waten und Fische, Rochen und Seeigel betrachten und fotografieren.
Auf der Insel läuft ein Tag im Prinzip wie der andere, aber dennoch ist jeder Tag anders und jeder Tag ist wunderschön.





Am letzten Tag auf La Digue, dem 3. Januar wollten wir eine Schnorcheltour machen. Alles war geplant, Nicoletta hatte uns angemeldet. Die Nacht davor ging es mir aber schon nicht besonders und der Morgen brauchte nicht wirklich Besserung. Irgendwie hatte ich mir den Magen verdorben. Wer mich kennt, weiss, dass es dazu nicht viel braucht.
Also entschieden wir schweren Herzens die Tour abzusagen und blieben stattdessen am hauseigenen Strand.
Remo verabreichte mir ein, wie er es nannte "Allheilmittel" und tatsächlich ging es mir bald viel besser. Das Allheilmittel bestand aus Zitrone, Zucker und lauwarmem Wasser (das Originalrezept ist mit Grappa, aber morgens um 9 Uhr entschied ich mich dann doch für die Wasser-Variante).

Am Nachmittag kam der Regen. Dieser Regen am unserem letzten Tag auf einer Insel sollte uns den ganzen Urlaub begleiten. So bliebt Zeit zum Packen und für ein Nickerchen bevor wir den letzten Abend natürlich auch im Le Repaire verbrachten.
Ein Hochzeitspaar feierte dort an diesem Abend und zu diesem Anlass gab es kreolische Tänze und einheimische Musik. Von meinen morgendlichen Magenschmerzen war nichts mehr zu spüren und so tranken wir noch einen Abschiedswein und waren ein bisschen traurig, dass die Zeit auf La Digue schon zu Ende war.

Mit der Fähre ging es zu unserer letzten Urlaubsdestination, nach Praslin. Ob wir da auch nur chillten? Ihr werdet es erfahren....

Alles Liebe,

Bea



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