Donnerstag, 24. Juli 2014

Weihnachten und Silvester im Paradies - Praslin

Die letzte Station unserer Reise liegt vor uns - Praslin. Nach einer kurzen Fährenüberfahrt von La Digue kommen wir in Praslin an. Unser Mietwagen steht schon am Kai, aber wir haben nicht genug Bargeld.
Der nette Herr von der Autovermietung sieht das aber weitaus gelassener als wir - woran man sehen kann, dass sein Grad der Tiefenentspannung genetisch wahrscheinlich weit unter dem von uns je Erreichbarem liegt - er kommt einfach die Tage mal bei uns vorbei und holt das Geld ab. Klar, wohin sollen wir auf einer Insel auch flüchten.

Allerdings stellen wir schnell fest, dass wir nicht nur für den Mietwagen, sondern auch fürs Benzin dringend Geld brauchen, der Wagen ist nämlich leer. Gut, dass auch der Tankwart die gleiche Gelassenheit an den Tag legt und unser Auto erstmal volltankt, wir dann zu einem Geldautomaten fahren können, um anschliessend die Tankfüllung zu zahlen. Diese Art von Vertrauen kenn ich bisher eigentlich nicht...


Endlich können wir uns auf den Weg in unsere Ferienwohnung machen. Wir haben bei Natalie und Dagmar eins der zwei Ferienwohnungen gemietet und das war eine ganz wunderbare Entscheidung. Urlaub bei den beiden ist wie Ferien bei lieben Verwandten. Einfach wunderbar! Jeder Wunsch wird erfüllt, auch solche, die man nie geäussert hat. Die beiden sind so erfrischend herzlich und geben einem vom ersten Moment das Gefühl absolut willkommen zu sein.
Die Ferienwohnung liegt in einem wunderschönen, von Dagmar mit viel Liebe gepflegten Garten, der in einen Privatstrand mündet. Hier hat man nichts als Ruhe und malerische Natur. Allerdings sollte man Badeschuhe mitnehmen, sonst wird das Baden etwas steinig.



Den Strand probieren wir dann auch gleich aus und Dagmar verwöhnt uns mit frischer Kokosnuss.

Den Abend beschliessen wir im Cafe Le Monde, wo ich ein kreolisches Curry esse und Svenja die Pizza probiert. So schön auch Praslin ist, aber die Pizza reicht nicht an Remos ran...

In der Villa due Voyageur bekommt man das Frühstück direkt auf der Terrasse serviert. Das hat für mich anfangs ein bisschen was von Kolonialzeit, aber die Damen sind so nett und Natalie besucht uns oft gleich morgens, dass das erste Gefühl bald verflüchtigt und wir die gemütlichen Morgenstunden geniessen.

Da das Wetter so fantastisch ist, wollen wir gleich am ersten Tag zum schönsten Strand der Insel, dem Anse Lazio fahren. Der Reiseführer, als auch Dagmar und Natalie haben nicht gelogen, der Strand übertrifft alles, was wir bis dato gesehen haben. Das Wasser ist so türkisch, der Sand so weiss, und diese riesigen Granitfelsen, es ist was zu schön, um real zu sein. Hier den Tag zu verbringen, fällt uns nicht schwer.


Am Abend hatte uns Natalie einen Tisch im Castello Hotel reserviert. Wir waren etwas früh dran, also nahmen wir noch einen Cocktail an der Bar. Das Personal war schlecht, wir wurden abgefertigt wie in einer Pommesbude und noch mal Getränke bestellen, war nicht möglich. Der Gipfel der Unverschämtheit war aber, dass man uns VOR Bestellen fragte, wie wir zahlen wollen und dann später genau checkte, ob unsere Kreditkarte auch gedeckt ist. Wie sahen nicht aus wie Landstreicher.... In dieses Hotel setze ich sicher keinen Schritt mehr. Der Hotelmanager hat sich zwar anschliessend bei uns entschuldigt, das machte den verdorbenen Abend aber nicht wett.
Die unschöne Episode blieb aber die Einzige ihrer Art während 3 Wochen Traumferien.

6. Januar, heute stand der Schnorchelausflug auf dem Programm, der auf La Digue wegen meiner Unpässlichkeit ausfallen musste. Natalie hatte uns auch hier geholfen, bei Angel Tour zu buchen. Um 9.30 Uhr ging es los. Georgi, unser Guide und 3 nette Damen sollten an diesem Tag unsere Begleiter sein. Vorbei an der Westküste Praslins, Anse Giorgette, Anse Lazio fuhren wir nach Curiense.
An der ehemaligen Lebrastation, einem wunderschönen Strand tauchten wir erst mal in die Fluten. Anschliessend machten wir 6 uns auf, Georgi war mit dem Boot vorausgefahren, quer über die Insel zur Baire Laraie, zur Schildkrötenfarm.
Der Weg führte bergauf und -ab, durch üppige Mangrovenwälder, über Holzwege, an allerlei Getier vorbei zu Schildkrötenbucht. Ich habe selten etwas so Ursprüngliches gesehen.










Nach einem kleinen BBQ ging es weiter zum Schnorcheln vor St. Pierre. Kaum im Wasser musste ich auch schon wieder raus, weil ich das Gefühl hatte, jemand sticht mit 1000 Nadeln auf mich ein. Da die anderen ähnliche Symptome hatten, fuhr Georgio zurück nach Curierse, wo wir dann noch eine tolle Unterwasserwelt bewundern konnten.



Die Pleite vom Abend zuvor noch vor Augen suchten wir das Lokal an dem Abend sehr gewissenhaft aus und entschieden uns fürs Capricorn. Eine gute Wahl, dass Essen war lecker, die Bedienung sehr freundlich, die Lage direkt am Strand unübertroffen.

Der nächste Tag begann ein bisschen verhangen und wir erwarteten Regen. Also beschlossen wir das Vallee de Mai zu besuchen, einem Teil des UNESCO Kulturerbe, wo in einem Naturpark die ursprüngliche Natur der Seychellen samt ihrer einzigartigen Coco-de-Mer bewahrt wird. Die riesigen Palmen, die exotischen Pflanzen, der naturbelassene Park, die geballte urwüchsige Natur - beeindruckend!




Am Mittag fuhren wir zum Anse Giorgette. Anse Giorgette liegt in einem Resort und man darf dort nur mit Anmeldung rein. Natalie hatte das für uns wie immer arrangiert. Dieser Strand gehört zu den schönsten der Welt und wird sehr oft zu Werbeaufnahmen genutzt.
Nach 15-minütigem Fussweg kamen wir endlich am Wasser an. Ja, der Strand ist wirklich wunderschön, aber leider war die Brandung so stark, dass wir nicht ins Wasser konnten. Ich war wellentechnisch auch noch ein bisschen geprägt...



Der vorletzte Tag unserer Ferien wartet mit traumhaften Wetter auf. Strahlend blauer Himmel, keine Wolke trübte die Vollkommenheit. Das war ein Tag für den Anse Lazio. Türkisfarbenes Wasser, weisses Sand, Granitfelsen - schöner kann Urlaub nicht sein. Und so verbrachten wir einen perfekten Tag mit Lesen, Sonnenbaden, Strandspaziergängen und Baden.




So wunderschön der Tag war, so unheilvoll wurde die Nacht. Ein Gewitter in den Bergen kann mitunter auch sehr laut und Angst einflößend sein. Aber was wir in dieser Nacht in Praslin erlebt haben, übertrifft alles Dagewesene bei Weitem. Mehrmals kreiste das Gewitter über uns und es krachte teilweise so heftig, dass das Haus bebte. 3 Stunden bei denen an Schlaf nicht zu denken war, erst wegen dem Gewitter, dann wegen der ausgefallenen Klimaanlage. Sicher ist, an diese Nacht werde ich noch lange denken.

Der letzte Tag startet mit Regen, das hatte schon was Zuverlässiges. Der Himmel war grau und die am Morgen noch frische Nach-Gewitter-Luft wandelte sich im Laufe des Tages in dampfige Schwüle. Wir besuchten die Black Pearl Farm, etwas, dass man nicht unbedingt getan haben muss und gingen shoppen!!!! Na gut, wir besuchten ein Geschäft...
Den Rest des Tages verbrachten wir an unserem Privatstrand und am Abend gingen wir essen im Dhevatara. Es war der kulinarische Höhepunkt unseres wunderschönen Urlaubs und daher passend für den letzten Abend. Ich habe selten so gut gegessen.




Am nächsten Morgen ging um 6 Uhr unser kleiner Inselhopper nach Mahè, wo wir mit Emirates über Dubai zurück nach Zürich flogen.

Die Seychellen sind ein Teil der Erde den man gesehen haben muss. Neben wunderschöner, sehr vielfältiger Natur haben wir eine Vielzahl ganz wunderbarer Menschen kennengelernt und waren selten so entschleunigt wie nach den 16 Tagen dort.
Diese kleinen Inseln haben sich einen Platz in meinem Herzen erobert und eines Tages wird meine Sehnsucht sicher nicht mehr mit Bildern gestillt werden. Spätestens dann muss ich wieder hin!!!!

Aber bis dahin werden wir andere Ländern erkunden. Und während ihr das hier lest, packe ich schon den Koffer für das nächste Familienabenteuer, Schottland!

Davon berichtige ich euch dann nach unserer Rückkehr.

Alles Liebe,

Bea

PS: Entschuldigt die Bilderflut, aber wir haben so viele tolle Bilder gemacht, ich konnte mich nicht entscheiden!!!!

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