Samstag, 6. September 2014

Historisches, ursprüngliches und wunderschönes Schottland - Teil 1: von Edinburgh nach St. Andrews

Wenn der Urlaub schon so anfängt!!!! Obwohl in der Schweiz wirklich pünktlich losgefahren, bestand doch für eine sehr geraume Zeit die Möglichkeit, in Frankfurt den Flieger zu verpassen. So ziemlich die ganze Schweiz, gefühlt die Hälfte aller Holländer und auch ein grosser Teil Deutscher bewegte sich an diesem Freitag gen Norden.

Stau, Stau, Stau. Bereits kurz hinter Basel standen wir in Selbigem. Ich wurde immer nervöser, die Stimmung im Auto dadurch nicht besser, was Herrn G. dann auch zu einer beherzten Fahrt über den Standstreifen ermunterte. Ich sage hier jetzt nicht, wie lange wir dort gefahren sind, Fakt ist aber, wir haben den Flieger geschafft (aber  nur mit Security Check für die First Class und noch vielen anderen glücklichen Umständen).

Irgendwann am Abend waren wir dann endlich in Edinburgh, im The Bonham angekommen. Das Hotel war super gut gelegen und wir hatten ein unglaublich grosses Zimmer, mit Himmelbett und Erkerfenster. Der perfekte Ausgangspunkt für einen Städtetrip.


Aber lange hält man sich meist ja ohnehin nicht im Hotel auf. So machten auch wir uns gleich wieder auf den Weg. Ich hatte einen Tisch im Yeni Meze bestellt. Ich liebe diese Art von Restaurant. Jeder bestellt einige Vorspeisen, der Tisch biegt sich unter der Last und man kann überall probieren. Das ist Essen mit allen Sinnen, weil man es so unglaublich gesellig ist. Auch die Speisen im Yeni Meze waren allesamt wunderbar zubereitet und sehr schmackhaft.
Das Restaurant ist klein und ziemlich quirlig, aber eben genau das so gut. Wir waren begeistert. So kann ein Urlaub starten...


Unser erster Tag in Schottland begrüsste uns mit ziemlich wüstem Wetter. Es regnete und zwar richtig. Hat uns das die Stimmung vermiest, aber nicht doch!!!! Gut gerüstet mit Regenjacken und Schirm ging es zum Sightseeing.


Edinburgh bei Regen und Nebel ist sehr mystisch. Gerade in der Altstadt wartet man jede Sekunde darauf, dass Robert the Bruce an einem vorbeireitet und Heerscharen von Rittern ihm folgen. Hier wird Mittelalter fast schon lebendig, was einen Mittelalter-Freak wie mich natürlich sehr beeindruckt.



Unser erstes Ziel an jenem Tag war die Burg. Wir waren früh dran und mussten uns daher das alte Gemäuer nicht mit tausenden Anderer teilen, sondern nur mit ein paar anderen Mutigen, die den Regen nicht gescheut hatten. Wir verbrachten viel Zeit in den Hallen und wandelten auf königlichen Pfaden, zumindest regnete es hier nicht.



Als dann alles besichtigt war, schlenderten wir noch ein wenig über die Royal Mile. Aber der Regen trieb uns bald in die Neustadt, wo wir entschieden, ein bisschen durch die Geschäfte zu bummeln.


Gott sei Dank riss der Himmel am Abend auf und wir konnten das Edinburgh Tattoo ohne Cape oder Schirm geniessen. Als grosse Fans vom Basel Tattoo waren wir natürlich sehr gespannt und wurden nicht enttäuscht. Das Event in Edinburgh ist grösser und ein wenig effektvoller, Basel dagegen ist gemütlich und fast familiär. Ich könnte nicht sagen, was mir besser gefallen hat. Schön war es in jedem Fall!


Im Hotel nahmen wir noch einen Whisky - Absacker und fielen dann unglaublich müde in unsere Betten.

Der Sonntag begrüsste uns mit strahlendem Sonnenschein, na also!!!! Und so machten wir uns nach einem herzhaften englischen Frühstück noch mal auf in die Royal Mile. Auf dem Weg dahin, holten wir noch schnell unseren Leihwagen ab. Die ersten paar Meter im Linksverkehr waren eine echte Herausforderung für Herr G., aber es wurde besser... Im Laufe des Urlaubs wurde es sogar sehr gut, vor allem nachdem ich, später Frl. G, das Schalten übernommen hatten und der Fahrer nur noch Gas geben und kuppeln musste - ab und an auch bremsen, natürlich!


Wir starteten unsere Tour am Palace of Holyroodhouse, wo uns unser Reisebegleiter "Nessi" in die Arme lief und wir spontan beschlossen, ihn  mitzunehmen auf unsere Rundreise. Weiter ging es ins Oink. Wenn ihr je in Edinburgh seit, müsst ihr hier zumindest mittags mal zum schnellen Lunch reinschauen. Ich habe selten besseres gegrilltes Schweinefleisch im Brötchen gegessen, so lecker!!!!! Zum Nachtisch gab es Cupcakes aus Mimi's Bake House, die wir bei wunderbarer Sicht auf dem Carlton Hill verspeisten.




Zum Dinner hatten wir einen Tisch im Iris bestellt. Dieses Restaurant hätten wir nie gefunden ohne das Internet. Ganz versteckt liegt es in einer Seitenstrasse von Edinburghs Neustadt. Es lohnt sich ja oft, die grossen Touristenmeilen zu verlassen, um Besonderes zu entdecken. Aber mit dem Iris haben wir einen richtig grossen Fang gemacht. Es war das beste Essen, das wir in Schottland gegessen haben und wir waren in sehr vielen guten Restaurants...
Die Atmosphäre im Iris ist heimelig modern, die Bedienung ausgesprochen freundlich und sehr bemüht, das Essen ganz grosses Kino. Ich hatte Hähnchen mit gebratenem Fenchel an einer Butter - Limonen Sosse - himmlisch!!!!!





Dieser Abend war ein würdiger Abschluss unseres Besuchs in der mittelalterlich, ehrwürdigen und doch so modernen Stadt Edinburgh.

Montag, 04. August, die Sonne lacht, wir packen unser Auto und machen uns auf Richtung St. Andrews, unserem heutigen Etappenziel. Aber zunächst geht es erstmal nach Stirling. Diese kleine Städtchen in Perthshire hat uns sehr gut gefallen, obwohl es schon sehr auf Tourismus ausgelegt ist. Betritt man Stirling Castle, so kann man den Staub der Geschichte (Herr G. nennt es immer "Mief der Zeit") deutlich riechen. Dieser Ort war ein zentraler Punkt in der schottischen Geschichte, was mich ja immer mit sehr viel Ehrfurcht erfüllt und meine Fantasie zu Höchstleistungen treibt.




Gut, konnte man in Stirling Castle auch die Küche besichtigen, dass hat Herr G. schon in Hampton Court gut gefallen :-) und ihn ein bisschen mit der Geschichtsstunde versöhnt.

In St. Andrews suchten wir erstmal unser Quartier, The Old Station. Dieses kleine B&B ist ein mit viel Liebe umgebautes und restauriertes altes Bahnhofshäuschen, wo man auch in einer Suite in einem Wagon schlafen kann. Die Zimmer sind alle individuell eingerichtet, sehr sauber und Fiona und Colin sind ausgesprochen nette Gastgeber.


St. Andrews selber hat uns alle in seinen Bann geschlagen, wir waren alle drei schockverliebt. Diese kleine Stadt mit ihren alten Gemäuern, bevölkert von einer Vielzahl junger Menschen, unterwandert von unzähligen Golfern, mit dem Meer direkt vor der Haustür, bezaubert einen sofort.
Wir besuchten die Cathedral, schlenderten durch die Stadt, machten Halt am berühmtesten Golfplatz der Welt und als uns der Hunger plagte, kehrten wir im Blackhorn ein. Es gab mega leckere hausgemachte Burger mit Pommes und zum Nachtisch ein Milchshake. Knuddeldickesatt machten wir uns auf den Weg zurück zur Unterkunft und schliefen mehr als zufrieden in unserem Japan-Zimmer ein.



Auch der nächste Tag begann mit Sonnenschein und einem richtig guten Frühstück. Das allein wäre ein Grund The Old Station als Schlafplatz zu wählen.


Wir verliessen diesen süssen Ort mit ein bisschen Wehmut und machten uns auf nach Lynturk, dem etwas anderen B&B. Aber diese Geschichte muss bis zum nächsten Mal warten...

Für heute wünsche ich euch einen wunderschönen Tag.

Alles Liebe,

Bea

1 Kommentar:

  1. Sehr, sehr schöne Bilder und schön und ausführliche Details wieder gegeben. Danke
    Gruß aus dem Westerwald

    jetzt bekomme ich Heimweh :)

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