Montag, 1. September 2014

Whisky und Lachs - Scotland at home

Wenn das Leben 1.0 mal so richtig Fahrt aufnimmt, bleibt nicht mehr viel Zeit für andere Dinge. Die letzte Woche war nicht nur stressig, sie war so schnell vorbei, dass ich mir am Freitag verwundert die Augen gerieben habe. 

Und so kommt mein Beitrag heute auch ein bisschen verspätet, denn unsere lieben Freunde waren bereits vor einer Woche bei uns zu Gast, um ein "Back from Scotland" - Dinner zu geniessen. Ich hatte mir aus Schottland zwei Kochbücher zur Inspiration mitgebracht und musste sofort Gerichte ausprobieren. Und was stand wohl auf dem Zettel bei einem schottischen Dinner (nein, ganz sicher kein Haggis), jawohl - Lachs und Whisky. 

Lachs mag ich seit jeher, Whisky habe ich in Schottland für mich entdeckt. "A Whisky a day", sag ich nur; reimt sich genau so super wie der "Apple" und wenn man über die schottischen Friedhöfe streift, könnte man meinen, da ist was Wahres dran... 


Zum Apero gab es "Melba Toast", ein Rezept, dass ich von unserer Gastgeberin in Aberdeenshire mitgebracht habe - von dem fantastischen Aufenthalt doch, berichte ich ganz bald.

Diese Toastchips herzustellen ist im Grunde sehr simpel, das Ergebnis aber verblüffend lecker. Man toastet einige Scheiben Toastbrot (und hier nimmt man am besten das fluffige, richtig weisse Toastbrot aus Übersee), schneidet die getoastete Seite ganz dünn an und legt diese Scheiben mit der getoasteten Seite auf ein Backblech. 
Dieses gibt man bei 200 Grad für 5 - 10 Minuten in den Ofen. Dabei nicht vergessen, immer mal wieder zu gucken, denn die Chips verbrennen sehr schnell. 
Wenn alles gut geht, sollten sich die Toastscheiben im Ofen gewellt haben. Anschliessend noch klein brechen und mit einem Dip servieren. 
Kam bei den Gästen gut an!!!!



Als Dip gab es Lachscreme und Oliventapenade. Die Lachscreme habe ich einfach nach Gusto gemacht. 

Dazu ein Stückchen Lachs (bei mir waren es 150g) in den Thermomix, Kapern, Dill dazu, etwas Zitronensaft dazugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und das Ganze bei Stufe 5 ca. 4 Minuten mixen. Man kann das Rezept natürlich auch mit einem ganz normalen Pürierstab machen, dazu die oben genannten Zutaten so lange pürieren, bis eine homogene Masse entstanden ist.

Sowohl Oliventapenade als auch Vorspeise habe ich aus meinem neuen Kochbuch "Inverawe - seasons cookbook" von Rosie Campbell-Preston. Wir haben ihre kleine Lachs-Smokery während unseres Schottlandaufenthalts besucht, aber diese Geschichte wird ein andermal erzählt.


Für die Tapenade braucht ihr 65 Gramm schwarze Oliven (kleingeschnitten), Saft einer halben Limette, 2 TL Kapern (kleingehackt), 1/2 Knoblauchzehe (kleingehackt), 2 TL frischen Thymian, 1 TL Paprikapulver, 2 EL Olivenöl. 

Alle Zutaten zusammengeben und abschmecken. Es ist ein wirklich wunderbar einfacher, aber extrem leckerer Dip. Passt perfekt zum Sommer.

Sommer ist übrigens die Zeitspanne die normalerweise zwischen Frühling und Herbst liegt, der aber in diesem Jahr irgendwie verloren gegangen ist.


Meine Vorspeise hiess ganz einfach "smoked salmon tartare with wasabi sabayon". Eins vorweg, die Sabayone habe ich weggelassen, denn das Dinner war Freitagabend und ich musste alles am Abend vorher vorbereiten, weil auch an dem Tag das Leben 1.0 vollen Einsatz forderte.
Ich habe stattdessen Wasabipaste dazu gereicht, was das Gericht hinreichend aufgepeppt hat.

Für 6 Personen braucht ihr:

1 1/2 Gurken
4 TL Weissweinessig
1 1/2 TL Zucker
350g geräucherten Lachs
4 EL je Dill, Schnittlauch, Kapern und saure Gurken
3 TL Limettenzesten
Pfeffer

Die Gurke schälen, die Kerne in der Mitte entfernen und die Gurke reiben. Anschliessend mit Weissweinessig und Zucker vermengen und in den Kühlschrank stellen.

Den Lachs ebenfalls kleinschneiden und mit den Kräutern, den klein geschnittenen Gurken und den Limettenzesten vermengen. Ich habe zusätzlich noch ein wenig Limettensaft dazu gegeben. Mit Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren die Gurken ausdrücken, und in Ringen auf dem Teller anrichten. Anschliessend das Lachstartare draufgeben. Wasabipaste dazu und servieren. Schmeckt sehr lecker und kommt auf meine Liste "Unkomplizierte Vorspeisen - unbedingt wieder".


Da ich ja, wie erwähnt alle Gerichte am Abend zuvor bereits vorbereiten musste, kam als Hauptspeise natürlich nur etwas gut Vorzubereitendes in Frage. Ich entschied mich für ein Whisky - Geschnetzeltes mit Kartoffelgratin.

6 Putenbrüste
2 Schalotten
300g Pilze nach Wahl (bei uns gab es Champignons)
50g getrocknete Pilze (ich habe Steinpilze genommen)
400ml Geflügelfond
2 Becher Creme Double
Thymian
100 ml Whisky, je nach Geschmack

Die Pute schnetzeln und scharf anbraten. Das Fleisch aus der Pfanne nehmen und die klein geschnittenen Schalotten andünsten, aber nicht braun werden lassen.

Die frischen Pilze dazugeben, mit schmoren lassen. Anschliessend die eingeweichten getrockneten Pilze abgiessen (das Wasser auffangen) und mit braten lassen. Das Fleisch wieder dazugeben und mit Geflügelfond, Pilzwasser und Whisky auffüllen.
15 Minuten köcheln lassen. Nun die Creme Double dazugeben und nochmals aufkochen lassen. Nun das Fleisch und die Pilze aus der Pfanne nehmen und warm stellen. Die Sosse soweit reduzieren lassen, bis sie eine sämige Konsistenz angenommen hat. Fleisch und Pilze wieder dazugeben und mit frischem Thymian, Salz und Pfeffer abschmecken.

Dazu gab es Kartoffelgratin.


Den Abschluss bildete ein "Chocolate Truffle Törtchen". Das Rezept hierzu hatte ich aus dem "The Whisky Kitchen" Kochbuch von Sheila McConachie und Graham Harvey.


Ich sage es gleich vorweg. Dieses Rezept ist was für Schokoholics... Alle anderen werden es sehr lecker finden, nach eine halben Portion aber aufgeben und rufen: "Es ist so lecker, aber befreit mich, sonst platze ich!" Mächtiger kann eine Nachspeise kaum sein. 

Für 6 Personen habe ich folgende Zutaten verwendet:

6 Digestive Buscuits (diese englischen Vollkornkekse findet man in der Schweiz leider nicht in jedem Supermarkt, notfalls nimmt man Mürbeteigkekse)
2 EL gemahlene Haselnüsse
50g Butter
25 ml Whisky
250g dunkle Schokolade mit mindestens 60% Kakaoanteil
2 EL Golden Syrup (ich habe Zuckerrübensirup genommen)
568ml Creme Double
4 TL Instantkaffee
1 TL gemahlenen Zimt
Dessertringe

Die Schokolade raspeln und mit dem Sirup und 150ml Creme Double im Topf über dem Wasserbad schmelzen lassen, zur Seite stellen und ein bisschen abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit den Instantkaffee, den Zimt und den Whisky mit einem Mixer aufschlagen. Gerade so lange schlagen, bis die Masse für eine Sekunde eine Spur in der Schüssel hinterlässt. Nun die Schokomasse zu dem Whisky geben und beides zu einer homogenen, gleichfarbigen Masse vermengen. Die Masse wird euch recht flüssig erscheinen, aber keine Sorge, sie wird ganz sicher fest.

Nun die Ringe einfetten und auf eine mit Folie belegte Platte stellen. Anschliessend die Schokomasse hineingeben und im Kühlschrank am besten über Nacht härten lassen.

Ich habe dazu eine Himbeersosse gemacht und das Ganze mit frischen Himbeeren serviert. Keiner, nicht mal ich selber, hat das Dessert geschafft. Aber es war himmlisch schokoladenlecker. Ausser Herr G., der grundsätzlich keine Schokodesserts mag, hat es jedem geschmeckt.


Dieses Menü ist super vorzubereiten und wirklich leicht nachzukochen. Etwas für Berufstätige... Die Rezepte habe ich allesamt sicher nicht zum letzten Mal gekocht.

Ich wünsche euch viel Spass beim Nachkochen und einen super Start in eine hoffentlich schöne Woche.

Alles Liebe,

Bea

1 Kommentar:

  1. Uns ist aufgefallen, dass Ihr Blog viele leckere Rezepte hat..:) Wir würden uns dafür freuen, wenn Sie sich auf Rezeptefinden.de registrieren, damit wir auf ihn verweisen können.

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