Montag, 20. Oktober 2014

Historisches, ursprüngliches und wunderschönes Schottland - Teil 3: Auf Nessis Spuren

Dieser Teil der Schottlandreise hat lange auf sich warten lassen. Es ist leider so, dass das Leben 1.0 mich voll in Beschlag nimmt und wenn ich dann doch mal Freizeit habe, bin ich oft viel zu müde und will einfach nur noch auf der Couch gammeln. 
In den letzten Wochen ist einfach alles zu kurz gekommen, der Lieblingsmann, die Hobbies, die Wohnung, die Freunde... Ihr seht, es kann nur noch aufwärts gehen und ein Anfang ist der lange ausstehende Bericht.. Also, los geht's!

Der Morgen des 8. August startete mit einem sensationellen Porridge und ohne Regen. 





Los ging es im Fort Georg. Die Festungsanlage ist beeindruckend und noch heute in Betrieb. Viele Räume sind als Museum für Besucher geöffnet. Empfehlen können wir auf alle Fälle die Highlander Ausstellung. Wer sich für die Geschichte Schottlands interessiert, sollte hier wirklich Halt machen.




Für den Rest des Tages hatten wir nur Inverness auf dem Programm. Wir besichtigten die Burg, die Old Church samt Friedhof, dass Ness-Ufer und als es wieder anfing zu regnen, verkrümelten wir uns in die Läden. Ein bisschen Shopping nach soviel Kultur und Whisky war auch sehr schön.
Irgendwann landeten wir im Best Western mit integriertem Starbucks und hier chillten wir gemütlich bei einem Riesenpott Cappuccino, während draussen die Welt unterging. Ab und an muss man eben auch mal innehalten.
Inverness ist eine reizende kleine Stadt, die bei schönerem Wetter sicher dazu einlädt, am Ness-Ufer im Café zu sitzen und Passanten zu beobachten. Es ist gemütlich dort und auf alle Fälle einen Besuch wert.




Zum Dinner ging es in Mosset’s Taverne, eine der besten Adressen in unserem Urlaub. Frl. G und ich hatten ein Steak, das meisterlich gebraten war. Der Burger, den sicher Herr G. bestellt hatte, war sensationell. Was auch immer da für eine geheime Sosse drauf war, es macht den Burger zu einem kulinarischen Hit.

Das Restaurant besticht durch ein erfrischendes Ambiente, die Bedienungen sind ausgesprochen freundlich und unkompliziert. Es ist auf alle Fälle ein Ort zum Wiederkommen!

Am nächsten Morgen hiess es Abschied nehmen von dieser wunderbaren Unterkunft und unseren charmanten Gastgeber. Ziel unserer Reise war die Isle of Skye, genauer gesagt Peinmore House, ein weiteres Kleinod, das wir entdecken durften. Aber der Reihe nach!





Zunächst ging es nach Culloden. Da ich so viel über die Highlands und ihre Schlachten gegen die Engländer gelesen hatte, musste ich wenigstens ein Schlachtfeld mit eigenen Augen sehen. Das Besucherzentrum von Culloden ist wirklich beeindruckend und die Ausstellung sehr gelungen, guckt man doch immer mit den Augen der Engländer und, auf der anderen Seite des Weges durch das Museum, mit den Augen der Schotten auf das grosse Ereignis 1745.

Schliesslich gelangt man auf die grosse Freifläche, wo die Ereignisse vor knapp 300 Jahren ihren Lauf nahmen. Wer jetzt denkt: Feld, was ist daran spannend?, der wird beeindruckt sein, wie durch den Audio Guide Geschichte wieder lebendig wird. Zumindest lehrt ein Besuch dort zu verstehen, warum sich diese Schlacht so tief in die Seele der Schotten eingebrannt hat. Und wenn man auf die aktuelle politische Lage und das Referendum guckt, will man meinen, die Wunde sei noch immer nicht verheilt.






Auf unserem Weg Richtung Skye kamen wir selbstverständlich am Loch Ness vorbei. Das Besucherzentrum haben wir aber ausgelassen, soviel Massentourismus ist nicht unsere Sache. Halt machten wir dagegen bei Urquart Castle. Gut, hier war es auch nicht ruhiger, aber das Wetter war gerade so schön, dass wir durch die Ruine schlenderten, wie all die anderen Touris Fotos schossen und ein bisschen die Sonne genossen.

Mit einem Sandwich zum Mittag ging die Fahrt weiter. Unterwegs machten wir unzählige Stopps, um die Natur zu bewundern. Schottland ist so atemberaubend schön, so wild, so ursprünglich, so romantisch – es ist schwer, das Erlebte in Worte zu fassen. Und auch wenn der Mensch mittlerweile Strassen und Elektrizität in die Highlands gebraucht hat, so bleibt doch noch genug urbare Natur über, die man offenen Mundes bestaunen kann. Mich hat dieses Land sehr beeindruckt.




Eilean Donan Castle, diese kleine Feste am Loch Doich war ein weiterer Punkt auf unserer „To-Do Liste“. Sehr malerisch liegt das Schlösschen am Ufer des Loch, umgeben von Wasser, zugänglich nur über eine wunderbar mittelalterliche Steinbrücke. Dass diese Szenerie in vielen Filmen vorkommt, versteht man sofort, wenn man davor steht. Wir steuerten noch zwei Fotopunkte an, die ich hier gefunden hatte und setzten unseren Weg zur Isle of Skye fort.

Über die Brücke fuhren wir nach Skye und die Insel präsentierte sich von seiner allerbesten Seite. Die Sonne spiegelte sich auf dem Wasser und das vom Regen feuchte Gras leuchtet im Abendlicht. Zwei volle Regenbogen spannten sich über die Bucht, es war zum Umfallen schön.



Peinmore House liegt in der Nähe von Portree, vom Garten hat man einen wunderbaren Blick auf die kleine Hauptstadt von Skye und im Hintergrund zeichnet sich die Silhouette des Old Man of Storr  ab. Das Cottage selber könnte aus einem Rosamunde Pilcher Film stammen. Schwere Vorhänge, weiche Teppiche, grosse Sofaecken – das alles macht den ersten positiven Eindruck perfekt. Die hochwertigen Möbel sind mit Liebe ausgewählt und stilsicher platziert. Die beiden Eigentümer sind sehr zuvorkommende Gastgeber, das Frühstück ist perfekt, das Ambiente könnte schöner nicht sein.




Am Abend erkundeten wir Portree. Dieses kleine Städtchen hat alles zu bieten, was man braucht. Restaurants, Geschäfte, einen Hafen. Es ist idyllisch und obwohl Hochsaison ist es doch nicht überfüllt. Unsere Wahl für das Dinner fällt auf The Granary. Mit ganz viel Glück ergattern wir noch einen Tisch und dann beginnt das Schlemmen. Die Küche des Granary ist erstklassig.

Und damit endete der Sommer und der Regen setzte ein und er hörte 5 Tage nicht auf. Aber davon im nächsten Beitrag. Versprochen, es dauert keinen Monat :-)

Alles Liebe,

Bea

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