Montag, 27. Oktober 2014

Historisches, ursprüngliches und wunderschönes Schottland - Teil 4: Von Skye nach Glencoe

Der 10. August begann verhangen, aber noch war es trocken. Da der Wetterbericht reichlich Regen angesagt hatte, beschlossen wir, uns gleich auf den Weg zu machen - nach dem Frühstück. Das Frühstück in Peinmore House war richtig gut. Viel frisches Obst, perfekte Eier, richtig guter Kaffee - ein wunderbarer Start in den Tag.

Skye ist wunderschön und wenn man nur ein paar Stunden ohne Regen hat, ist es schwer, sich zu entscheiden, wohin zuerst. Wir haben uns schliesslich für eine Umrundung der Trotternish-Halbinsel entschieden.
Die Landschaft auf Skye ist so anders als im Rest von Schottland. Der Himmel war verhangen, das Meer schimmerte grau, alles wie mit einem Silberschleier überzogen.

Wir passierten den Fährhafen Uig, fuhren weiter nach Dumtulm Castle, wo man schon genau hinschauen muss, um die Ruinen zu finden. Der Blick auf das Meer, das Wechselspiel von Sonne und Schatten, die Farbenpracht und diese unendliche Weite haben mich tief bewegt.




Weiter ging es nach Kilt Rock, einem Felsen, der seinen Namen seinem kilt-ähnlichen Aussehen verdankt. Gleich daneben stürzt sich ein Wasserfall in die Tiefe - wunderschön, wenn auch dieser Ort schon sehr touristisch anmutet.
Nichts desto trotz haben wir ihn genossen, auch wenn Frl. G. später im Auto ganz erstaunt fragte, wo denn da bitte ein Wasserfall gewesen sei.... Und jetzt hat sie schon eine Brille. Aber die Prioritäten heranwachsender Teenager bleiben ein ewiges Geheimnis....



 Am "Old Man of Storr" fuhren wir vorbei, denn der Parkplatz am Fusse dieses Felsens glich einer Pilgerstation. Und wenn ich eins im Urlaub nicht leider kann, dann, mich mit Millionen von Menschen auf ein Ziel hinzubewegen... Den Felsen kann man auch wunderbar von weiter weg bewundern, ohne dabei anderen auf die Füsse zu steigen und das taten wir dann auch...



Skye ist ja nun wirklich nicht besonders gross und so waren wir um die Halbinsel rum, schneller als wir gedacht hatten. Gut, so beschlossen wir noch uns Dunvegan Castle anzusehen, dem Heim der MacLoads seit fast 800 Jahren.
Das Schloss lohnt jeden Besuch. Es ist ganz liebevoll hergerichtet, in jedem Zimmer findet man Erklärungen ist fast allen Sprachen. Ausserdem steht jederzeit ungemein freundliches Personal zur Verfügung, um alle Fragen zu beantworten und manchmal auch Dinge zu erklären, die man nicht gefragt, die aber ebenso spannend sind.






Der Garten von Dunvegan Castle ist wunderschön und riesengross. Leider fing es just in dem Moment an zu regnen, wo wir uns auf den Weg durch die Blütenvielfalt machen wollten und so bliebt uns nur noch, die Flucht ins Auto - schade!!!!

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir mit einem guten Buch im Salon von Peinmore House, wo Colin uns den 4-Uhr-Tee servierte, selbstverständlich mit Kuchen. Ich wiederhole mich, aber ich muss es  noch mal sagen, Peinmore House ist ein B&B, dass man UNBEDINGT besucht haben muss.

Abends hatten wir einen Tisch im Restaurant Seabreeze reserviert. Hier bekommt man wirklich nur einen Tisch, wenn man reserviert hat und das sollte man, denn das Essen ist super. Das Restaurant selber ist sehr klein und überhaupt nicht spektakulär. Die Bedienungen sind freundlich und geduldig, auch mit so unentschlossenen Gästen, wie uns. Alles in allem eine wirkliche Empfehlung.



Am nächsten Morgen hatte der Regen nicht ein bisschen nachgelassen und wir entschieden, gleich nach dem Frühstück zur Fähre zu fahren. Gesagt getan und mit viel Glück bekamen wir einen Platz auf einem früheren Schiff. Und so verliessen wir Skye am 11. August bei schauderhaftem, kaltem Wetter, aber bei guter Laune.

Die Fahrt von Mallaig nach Oban gehört zu den schönsten Strecken Schottlands. Sie führt entlang am Loch Shiel, wo das Glenfinnan Monument daran erinnert, dass sich 1734 hier die schottischen Clans zum Kampf gegen die Englänger vereint haben. Gleich "gegenüber" liegt die Brücke der "Westhighland Bahn", die in den Harry-Potter-Filmen Ruhm erlangte.





Weiter führte uns der Weg Richtung Fort Williams, dass wir passierten, ohne ihm grosse Aufmerksamkeit zu schenken. Die Strasse am Loch Linnhe entlang führt durch sumpfiges Hochland, mit seinem typischen Teppich aus Wiesen und Sträuchern. Immer wieder zweigt ein Flüsschen ab, der neben der Strasse dahinplätschert und uns in regelmässigen Abständen zum Foto machen eingeladen hat. Wir haben so viele Bilder gemacht und doch kann kein Einziges diese einmalige Natur wirklich einfangen.

Unser nächster Halt war Glencoe. Das Besucherzentrum liegt ein bisschen ausserhalb des Ortes selber und war nicht so leicht zu finden. Neben der Geschichte des abscheulichen Massakers, dass sich hier 1692 zutrug, findet man auch sehr viel Informationen über die Fauna des Tales.
Ich selber, als Geschichtsjunkie, war natürlich vor allem an der sich hier ereignenden Tragödie interessiert und wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte ist sehr gut aufgearbeitet und mit einem Film und ein paar Informationen zum weiteren Verbleib der Überlebenden von 1692 ausgeschmückt.

Es hörte nicht auf zu regnen und so entschieden wir nach Glencoe Richtung Ardanaiseig Hotel zu fahren, unserer Unterkunft für die nächsten zwei Nächte.
Das Schloss, was irgendwo im Nirgendwo liegt, ist bei schönem Wetter sicher ein atemberaubender Anblick. Aber wenn man an einem Dauerregentag, der sich vorrangig in neutrales grau kleidet, an einen Ort kommt, der soviel Wärme und Gemütlichkeit ausstrahlt, wie ein Kühlschrank, hebt das nicht gerade die Laune.
Im Inneren begrüsste uns der alte Kasten mit grossen Räumen, die durchaus gemütlich gewesen wären, hätte in den Kaminen ein Feuer gebrannt. Die Zimmer waren dagegen eher klein, aber wenigstens war es hier warm. Das nach einer Nacht Regen das Wasser durch die Badezimmerdecke tropfte, zeigt nur, wie authentisch dieses Haus wirklich war.

Wir entschieden, den Abend im Schloss zu verbringen, weil wir bei dem Wetter einfach keine Lust mehr hatten, nochmal wegzufahren. Und diese Entscheidung entpuppte sich als absolut richtig. Nicht nur war die Zeremonie, die dem Essen voranging sehr schön - der Aperitif wurde in der Bar gereicht mit ein paar Häppchen - sondern war auch das Essen selber von extrem guter Qualität und sehr schmackhaft. Fotos haben wir von dem tollen Dinner nicht gemacht, leider!!!!


Der Regen hörte auch am nächsten Tag nicht auf... Das wir aber dennoch Spass hatten, dass werde ich euch im nächsten Teil berichten.... Für heute soll es genug sein, sonst wird der Post noch zu lang...

Alles Liebe,

Bea

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