Montag, 3. November 2014

Historisches, ursprüngliches und wunderschönes Schottland - Teil 5: Dauerregen und ein noch ein paar Sonnentage am Loch Lommond

Der 12. August begann, wie der 11. aufgehört hatte: mit Regen. So langsam schlug uns das Wetter aufs Gemüt. Nicht nur, weil man so schlecht was unternehmen kann, wenn ständig Wasser vom Himmel fällt, sondern auch, weil wir das kalte, ungemütliche Wetter einfach satt hatten.

Gut, dass der nette Herr an der Rezeption im Hotel ein paar Tipps für uns auf Lager hatte. Zunächst besuchten wir die Cruachan Power Station. Es heisst vielmehr, zunächst wollten wir die Power Station besuchen, denn vor Ort merkten wir, dass der Geldbeutel fehlte. Also meldeten wir uns für die Tour um 12 Uhr an und starteten eine Mörderfahrt zurück ins Hotel. Wir hatten 50 Minuten und regulär wäre das überhaupt nicht zu schaffen gewesen. Aber Herr G. holte aus dem Auto, der Strasse und uns raus, was rauszuholen war, überging alle Verkehrsregeln und um punkt 12 Uhr liefen wir mit Geldbeutel wieder im Besuchercenter ein, direkt in den Bus. Wer wartet schon gern sinnlos :-)

Die Tour durch diese Power Station ist interessant, zumal sie unterirdisch liegt und man einen guten Einblick bekommt, wie aufwendig es war, dieses Kraftwerk zu bauen. 

Nach dieser Vielzahl an Informationen machte sich langsam erster Hunger bemerkbar. Also machten wir uns auf zum nächsten Punkt des Tagesprogramms - Inverawe Smokehouse. Hier kann man in einer Miniausstellung sehen, wie Lachs gefangen, geräuchert und auf verschiedene Art und Weise verarbeitet wird. Im kleinen Restaurant/ Shop kann man verschiedene Dinge probieren. Alle Gerichte, die wir getestet haben, waren richtig lecker. Wären wir nicht mit dem Flieger in Schottland gewesen, ich hätte eingekauft. So blieb es aber bei einem Kochbuch, dass ich hier bereits vorgestellt habe.



Weiter ging es nach Oban. Der Ort selber ist von keiner besonderen Schönheit und Regen schmeichelt ihm noch weniger. Unser erster Weg führte uns in die Oban Distillery. Hier kauften wir mal keinen Whisky, dafür aber zwei Shirts für Herrn G. 

Danach ging es auf in die Oban Chocolate Company, Schoki soweit das Auge reicht. Die Pralinen, die wir probiert haben, waren auch sehr lecker, aber wenn man in der Schweiz wohnt, dann ist man sehr verwöhnt, was gute Schokolade betrifft und die Chocolate Company hat uns nicht aus den Schuhen gehauen. 



Und so schlenderten wir noch ein bisschen durch die Stadt, bevor der Regen wieder einsetzte und wir zurück in unser Schlösschen fuhren, wo wir zumindest kulinarisch wieder sehr verwöhnt wurden.



Und dann kam sie zurück, die Sonne und mit ihr die gute Laune und der Drang, etwas zu unternehmen. Ich startete damit noch vor dem Frühstück ein paar Bilder vom Schlösschen und dem See zumachen. Und erstaunlicherweise sah der alte Kasten im Sonnenlicht gleich nicht mehr so kalt und ungemütlich aus. 



Nach dem Frühstück machten wir dass, was für England und Schottland sehr typisch ist. Wir gingen zum Tontaubenschiessen. Mein lieber Schwan, ich hätte erstens nicht gedacht, dass das Zielen mit diesen doch sehr schweren Gewehren so schwierig sein könnte, noch hatte ich geahnt, dass man vom Rückschlag eben dieses Gewehres so Schmerzen in der Schulter haben könnte. 

Aber Spass hat es gemacht und Herr G. machte dabei eine ziemlich gute Figur!!!!


Die Tontauben waren kaum alle abgeschossen, da ging es auch schon weiter zu der letzten Station unserer Reise, Fascadail House in Arrochar im Loch Lommond and Trossarch National Park. Wir hatten die Reisen über Umfulana Reisen gebucht und zusammenstellen lassen. Die Unterkünfte waren vom ersten bis zum letzten Hotel/ B&B gut ausgesucht, immer überraschend und immer speziell in vielerlei Hinsicht. 

Die Strecke vom Argyll nach Arrochar führt durch wilde Landschaften, vorbei an einsamen Fjorden und Lochs Richtung Nationalpark. Unterwegs machten wir noch kurz Halt beim Inverarary Castle, was ich aber aufgrund des Protestes meiner zwei Geschichtsmuffel nur von aussen angucken konnte.




Wir fuhren die Strecke zum Loch Lommond weiter ohne Unterbrechung und nutzten diesen wunderschönen Sonnentag für einen ausgedehnten Spaziergang an diesem überwältigend schönen See. Loch Lommond ist nicht umsonst so viel besungen und beschrieben... 




Am späten Nachmittag bezogen wir unser Zimmer im Fascadail House. Dieses B&B ist auch sehr sorgsam und mit viel Liebe ausgebaut und hergerichtet. Die beiden Eigentümer sind freundlich, nur fehlte ihnen die Herzlichkeit, die wir sowohl in Peinmore House, als auch in der Old Kirk und in Lynturk so geschätzt haben. Nichts desto Trotz kann ich dieses B&B uneingeschränkt empfehlen, inklusive des guten Frühstücks und der hochwertigen Badkosmetik.

Den Abend verbrachten wir wieder mal in einer alten Kirche, dieses Mal war sie allerdings zu einem Restaurant ausgebaut - auch mit viel, viel Liebe zum Detail. Das Essen war einfach aber schmackhaft, der Wirt extrem charmant und durchaus gut aussehend... Leider habe ich die Rechnung nicht mehr und kann mich an den Namen nicht erinnern...! Vielleicht doch ein Whisky zuviel?




Am nächsten Tag ging es, immer noch strahlte die Sonne, nach Glasgow. Ich hatte viel über Glasgow gehört und irgendwie traf alles zu. Glasgow besticht nicht, wie Edingburgh durch historischen Charme und alte Geschichte in jeder Fuge. Glasgow ist eine gewachsene Arbeiterstadt und das sieht man ihr auch an. Auf der anderen Seite ist diese Stadt extrem modern und will das auch zeigen.

Die Fussgängerzone in Glasgow braucht sich nicht verstecken hinter den mir bekannten in den grossen Städten dieser Welt. Hier findet man wirklich alles, auch Dinge, die man nicht gesucht hat. Und so tauchten wir ein in den Shoppingrausch und suchten nach Mitbringseln für die liebe Verwandtschaft.

Als dann wieder der Regen einsetzte, suchten wir Zuflucht in dem Pub, vor dem wir gerade standen und genehmigten uns erst mal ein Guiness... (alle ausser Frl. G. natürlich). Das Drum & Monkey ist eine ehemalige Bank, die in ein Pub umgebaut wurde. Die edlen Säulen und die grosse Halle lassen das noch gut erkennen, dennoch fühlt man sich wohl und verweilt gern bei einem Bier oder zweien.

Da es ja noch Tag war, verzichteten wir auf ein zweites Bier und machten uns wieder auf den Weg, weiter dem Einkauf frönen.


Immer wieder trafen wir auf Gruppen von Dudelsackspielern und Trommlern, die ihr Können in der Stadt zum Besten gaben. Da wir diese Musik so lieben, standen wir mitunter mehr, als wir liefen.



Wieder daheim wurden erst mal alle Einkäufe in die Koffer gepackt. Gar nicht so leicht ein Urlaub aus dem Koffer - dieses Ein- und Auspacken, genau zu wissen, was man wo hat... Aber am Ende war alles verstaut und wir hatten noch ein bisschen Zeit zum Fotografieren (ich), Schlafen (Frl. und Herr G.).






Unseren letzten Abend unseres Urlaubs verbrachten wir im Village Inn, dem sehr gut bewerteten Pub in Arrochar. Leider können wir uns nicht einreihen in die Zahl der Bewunderer. Zum einen war die Bedienung schleppend, dass Essen eher mittelmässig, der ganze Abend nicht der Rede wert. Wir waren uns einig, dass dieses Restaurant zu den schlechtesten im ganzen Urlaub gezählt hat...


Mit einem Spaziergang am See beschlossen wir den Tag und den Urlaub. Am nächsten Tag stand schon die Rückreise an. 

Mein Fazit: Schottland ist auf alle Fälle eine Reise wert. Die Landschaft besticht durch unglaubliche Schönheit, die Menschen dort sind ausgesprochen freundlich, das Essen viel besser, als sein Ruf, der Whisky mitunter hervorragend. 
Die B&B, die wir besuchten waren alle richtig gut, wenn auch manchmal speziell!!! 
Nur das Wetter, dass war nicht ganz auf unserer Seite. Ich glaube, das hätte mich alles nicht so sehr gestört, hätten wir hier in der Schweiz einen vernünftigen Sommer gehabt. Aber nach 6 Woche Dauerregen war das Wetter in Schottland mit noch mehr Regen einfach zuviel... Anyway, es war dennoch toll - aber im nächsten Jahr fahren wir garantiert in die Sonne!!!!!

Danke, dass ihr uns auf unserer Reise begleitet habt!!!

Alles Liebe,

Bea

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