Freitag, 6. Februar 2015

Heimatküche - Mohnkuchen

Gerüche und der Geschmack diverser Speisen können bei mir, wie nichts anderes, Kindheitserinnerungen hervorzaubern. Plötzlich sehe ich meine Oma wieder vor mir, in obligatorischer Kittelschürze im Hof sitzend und Bohnen schnippeln, die später in die weltallerbeste Bohnensuppe wandern sollten. 

Oder ich bin wieder mitten in einer längst gewesenen Geburtstagsfeier bei meinem Onkel und meiner Tante im Garten. Es ist Sommer, wir sitzen auf der Hollywood - Schaukel und trinken Brause. 

Diese Erinnerungen wärmen das Herz und malen mir, wie auch jetzt gerade, ein Lächeln ins Gesicht. Ich liebe das!!! Es ist dann stets so, als hätte jemand den Dia - Projektor angeschmissen... 


Als ich dann bei Nina von "Ninas kleiner Foodblog" die Aktion "Gekochte Gefühle" sah, hatte ich gleich so viele Rezepte im Kopf, die einen wahren Sturm an Gefühlen und Erinnerungen hervorriefen, wie sollte ich mich da entscheiden?



Darum werde ich ein neues Kapitel in meinem Blog aufschlagen - "Heimatküche". Hier werde ich Rezepte teilen, die ich mit meiner Kindheit, meiner Familie, mit Tradition und vor allem viel Liebe verbinde.

Den Anfang macht Onkel Dieters sagenumwobener Mohnkuchen. Onkel Dieter, muss man wissen, war Konditormeister und lebt im Ruhrpott. So war es nur natürlich, dass wir ihn und meine Tante nicht sehr häufig zu Gesicht bekamen. Schliesslich trennte uns eine dicke Mauer, die darüber hinaus noch schwer bewacht war. Ich erinnere mich, um ehrlich zu sein, auch nur an eine einzige Begegnung während meiner Kindheit (und bis zum Mauerfall) - zur Hochzeit meiner Cousine waren sie "rübergekommen".

Und obwohl ich Onkel Dieter also so gut wie nie gesehen habe, ist sein Mohnkuchen doch wie kaum ein anderer Kuchen mit meiner Kindheit verbunden. Er ist bis heute DER Kuchen in unserer Familie. Immer wieder haben meine Oma, Mama, Tante, Cousine und später auch ich versucht, so einen Kuchen hinzubekommen, aber so gut wie das Original wurde keiner.
Dennoch stand er bei besonderen Anlässen immer auf dem Tisch...

Als ich nun mal wieder einen Versuch wagte, meinten meine Testesser, dass er beinahe so gut wäre, wie der von Onkel Dieter. Das ist quasi wie ein Ritterschlag :-) und darum möchte ich das Rezept mit euch teilen.


Für ein Blech Mohnkuchen braucht ihr für den Boden:

400g Mehl
1 Päckchen Backpulver
200g Quark
100g Butter
250g Zucker
2 EL Öl
5 EL Milch
1 Ei

Die Butter mit dem Zucker schaumig rühren, das Ei, Milch, Öl und Quark dazugeben. Mehl und Backpulver mischen und nach und nach zu der Buttermasse geben.

Den Teig auf einem eingefetteten Backblech verteilen und beiseite stellen.

Für die Füllung werden

300g Zucker und 1 Liter Milch in einem Topf gegeben und aufgekocht. Die Temperatur runterschalten und 250g Mohn, 1 Päckchen Pudding, 3 EL Griess, 150g Butter und 1 Fläschen Bittermandelaroma unterrühren. Hier aufpassen, dass Pudding und Griess nicht klumpen. Jetzt kommen noch 6 EL Apfelmus dazu. Die Masse zur Seite stellen und etwas abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit aus 300g Mehl, und je 150g Zucker und kalter Butter Streusel herstellen.

Wenn das geschafft ist, wird noch ein Ei in die Mohnmasse gerührt und schon kann die Füllung auf den Boden aufgebracht werden. Jetzt noch die Streusel drüber und ab in den auf 175 Grad vorgeheizten Ofen.

Nach 45 Minuten und einer Stäbchenprobe ist der Kuchen fertig.


Dieser Mohnkuchen ist nichts für Diätwütige, aber er ist so lecker - das ist jede Sünde wert. Und auf die Figur können wir morgen wieder achten.

Heute wird genossen und mit jedem Happen an grossartige Familienfeste und wundervolle Sommer im Schrebergarten gedacht.

Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag...

Habt es schön!

Bea 

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