Sonntag, 29. März 2015

A whisky a day keeps the doctor away...

Gestern haben Herr G. und ich das Luzerner Whisky-Schiff besucht. Zwei Tage konnte der geneigte Freund des edlen Gebräu's hier 500 verschiedenen Whisky-Sorten auswählen, probieren, fachsimplen und einkaufen.

Seit Schottland sind auch wir bekennende Whisky-Freunde und daher konnten wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen.
Es ist klar, dass man bei 40 Ständen unmöglich überall Halt machen kann. Also sind wir ein bisschen umher geschlendert und dort stehen geblieben, wo es uns gefallen hat.

Erster Stand: Alexander Weine und Destillate aus Unterentfelden. Hier gab es für mich einen Balmenach Whisky (abgefüllt von The Bottles), 21 Jahre alt, im Sherryfass gereift. Der Geschmack erinnert an Schokolade und Vanille, aber brannte mir doch ein bisschen arg im Abgang.

Herr G. probierte einen Bunnahabhain, abgefüllt von Lady of the Glen, 26 Jahre alt, gereift im Bourbonfass. Das ist definitiv ein Whisky für echte Kerle, erdig, rauchig, schmeckt nach Zimt und Pfeffer.
Bei dem Geschmack erstehen vor dem geistigen Auge ganz von alleine wilde Highländer, die Baumstämme durch die Luft schleudern... Was Malboro für den wilden Westen, ist dieser Whisky für die Highlands...


Weiter ging es zu Rieggers Selection, ein grosser Whisky Vertrieb und Abfüller aus Villingen-Schwenningen. Die hatten sich ordentlich ins Zeug gelegt mit dem Stand, viel Licht und wirklich schöne Flaschen hatten sie da aufgebaut.

Los ging es hier mit einem Eagle of Spey für mich. Der 20 Jahre alte Speyside Whisky schmeckt wunderbar weich, hat eine kräftige Karamellnote, durchsetzt mit etwas Aprikose und Melone. Ein echter Luxusschnittchen Whisky.
In die gleiche Kategorie fiel auch der Dailnaine, aus gleichnamiger Destillery. Obwohl nur 14 Jahre gereift ist er ebenfalls sehr rund und weich, schmeckt herrlich nach Karamell, Vanille und ein bisschen nach Nuss.

Herr G. entschied sich für einen 30 jährigen Caol lla, natürlich mit hohem Torfanteil, reif und weich, der an Schokolade erinnert und wirklich erst am Schluss sein erdiges Aroma entfaltet. Nicht schlecht, aber nichts für mich...


Weiter ging es zu Glen Fahrn, die mit ihren Fachgeschäften mehrfach in der Schweiz zu finden sind. Hier testeten wir einen wunderbar würzig, süssen Balblair, Jahrgang 1990. Der Whisky schmeckt nach Karamell und Honig, mit einem Hauch Schokolade und Zitrus. Vor allem aber schmeckt er lange... Leider hat er bei Herrn G. nicht über die Zungenspitze hinaus geschmeckt und so wanderte er nicht in unsere Einkaufstasche - schnief!

Aber der nächste, ein 18 jähriger Benriach, gefinished im American Oak Cast, hat uns beide überzeugt. Obwohl ein Whisky mit kräftigem Geschmack, entfaltet er doch eine vollmundige Note, in der man Schokolade, Honig, Karamell genau so schmeckt wie Limone und Aprikose. Er schmeckt lang und wärmt wunderbar von innen. Der durfte dann mit nach Hause und steht nun neben all den anderen Köstlichkeiten.


Klar, dass wir zwischendurch auch mal eine Stärkung brauchten. So ein Whisky direkt nach dem Frühstück haut doch schon gewaltig rein... Nach Würschtl und Brötchen hörte das vertäute Schiff dann auch wieder auf zu schwanken :-)

Am Schluss probierten wir noch einen Whisky aus Taiwan. Wir wollten nicht, aber man hatte uns gesagt, dass das an dem Tag zum "Must du unbedingt probiert haben" zählte. Also Augen zu und durch?
NEIN, dieser Whisky war ehrlich die Überraschung des Tages. Der Kavalan, gereift im Sherryfass, hat nicht nur eine hammermässige Farbe, er schmeckt auch wahnsinnig komplex und reichhaltig. Eine echte Entdeckung. Die Asiaten können also auch Whisky...


Nachdem wir unsere ganzen Jetons ausgegeben hatten, habe ich den sehr lustigen Herr G. untergehakt und wir haben uns auf den Heimweg gemacht... Dort angekommen hat er - ich traue es mich gar nicht zu schreiben - den Musikantenstadl geguckt hat.
Es war wohl definitiv ein Whisky zuviel oder zwei?

Sicher ist, im nächsten Jahr sind wir wieder dabei und fahren dann aber mit dem Zug. Wie wir den Berg hier hoch kommen sollen, weiss ich zwar noch nicht, aber dieser Herausforderung stellen wir uns, wenn es soweit ist...

Dieses Whisky-Schiff ist eine wunderbare Gelegenheit, seiner Liebe zum Whisky zu frönen oder seine Liebe zum Whisky zu entdecken. Man trifft auch jede Menge total nette und entspannte Leute...

Ich wünsche euch allen einen wunderbaren Sonntag...

Habt es schön...

Alles Liebe,

Bea

PS: Immer dran denken: A whisky a day keeps the doctor away - also Prost!!!!

1 Kommentar:

  1. Tönt spannend! Ich glaube, das wäre auch mal was für uns......
    Und jetzt müssen wir dann auf den Zug, das mit der Bahn ist wirklich eine gute Sache bei einem Whisky- oder Weinschiffbesuch :-).
    Lg Martina

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