Montag, 25. Mai 2015

Spargelcurry

Während meiner Zeit in Hessen gab es während der Saison Spargel satt. Ob daheim, im Restaurant oder beim Spargelfest, überall frönte ich diesem Laster. Und seit ich in der Spargel - Diaspora lebe, weiss ich die weissen Stängelchen noch mehr zu schätzen. 

Doch das war auch mal ganz anders. Als Kind - also vor gefühlt 10, in Reality vor 30 Jahren (oh mein Gott, wie sich das liest) - konnte man mich mit Spargel jagen. Was ein Glück, dass er in der DDR ohnehin rar war und daher so gut wie gar nicht auf den Tisch kam. 
Spargel, zu DDR Zeiten das "weisse Gold" genannt, war eine Währung, mit der man Handwerker bestechen bezahlen konnte oder welches man wunderbar für Tauschgeschäfte jegweder Art nutze. Die DDR Planwirtschaft funktionierte nie, der schwunghafte Handel unter der Bevölkerung dafür um so besser. "Gibst du mir, geb ich dir...." war die Devise und mit Vitamin B war fast alles zu bekommen. 
Das klingt anstrengend und manche wollen vielleicht gerade anfangen, uns zu bedauern. Das ist nicht nötig.  Ehrlich gesagt, ein ähnliches Gefühl von Miteinander habe ich nach dem Mauerfall nie wieder kennengelernt. 
Natürlich habe ich jetzt meine Freiheit - kann sagen, was ich will; denken, was mir in den Kopf kommt; darüber reden mit wem ich will und es, wenn ich Lust hab, in die Welt hinausrufen; ich kann fremde Orte bereisen und leben, wo es mir gefällt. Das ist so wunderbar und ich kann mich heute immer noch sehr daran erfreue. Aber dennoch ist es anders... 

Aber zurück zum Spargel. Auch als die Mauer schon eine Weile nicht mehr da war, konnte ich mich nicht für Spargel erwärmen. Erst, als der gutaussehende und charmante Pfälzer in mein Leben trat und mich langsam an dieses, für mich neuartige Gemüse heranführte, fand ich Gefallen am Geschmack und an der Vielfalt der Verarbeitungsmöglichkeiten.

Heute gehört Spargel zu meinen Lieblingsgemüsen und ich freu mich das ganze Jahr auf die Saison. Natürlich kommt mein allerliebster Lieblingsspargel immernoch aus Lampertheim, vielleicht, weil er der "Erste" war, wer weiss. Wer auch immer uns im Mai und Juni mit seinem Besuch beglückt, darf nur kommen, wenn er mindestens zwei Kilo mitbringt.


Vor ein paar Tagen hab ich aus diesem mitgebrachten Spargel dann ein wunderbares Spargelcurry gezaubert. Dieses denkbar einfache Rezept kann man ganz ohne Probleme abends schnell zusammenhauen und hat im handumdrehn ein wunderbares Gericht auf dem Tisch.

Was ihr braucht?

500g Spargel geputzt und in ca. 3 cm grosse Stücke geschnitten
2 Möhren
ein paar Zuckerschoten
200ml Kokosmilch
400g Putenbrust
1 EL Sesamöl
1 TL rote Currypaste
1 EL Fischsosse

Das Fleisch waschen, trocken tupfen und in Stücke schneiden. Die Möhren schälen und in Sifte oder Ringe schneiden, je nach Lust und Laune. Die Zuckerschoten waschen und ebenfalls klein schneiden.

Nun etwas Sesamöl in eine Pfanne geben und das Fleisch darin anbraten, jetzt das Gemüse dazugeben. Anschliessend die Currypaste hinzufügen und kurz mitbraten. Hier Vorsicht: je länger die Currypaste brät, desto schärfer wird das Essen.
Im Übrigen, ich nehme immer die rote Currypaste von Reishunger, weil ich grundsätzlich von deren Produkten überzeugt bin und die Currypasten wirklich super schmecken und sehr ergiebig sind.

Das Ganze mit Kokosmilch ablöschen und bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis Spargel und Möhren weich sind. Temperatur weiter runterdrehen und die Fischsosse hinzufügen.


Zu dem Gericht hätte Reis wunderbar gepasst - den ich selbstredend auch immer bei Reishunger bestelle. Aber leider kamen wir nicht mehr dazu, denn das Curry war so lecker, dass es kaum das Foto überdauert hat. Pur und ohne Beilage wanderte es in unsere Bäuche.


Dieses Rezept kommt auf die Spargel - Hitliste und wird ab jetzt sicher einmal im Jahr gekocht.

Janke, die mit ihrem zauberhaften Blog "Jankes Soulfood" ihren ersten Bloggeburtstag feiert, hat anlässlich dieses Jahrestages ein Blogevent gestartet, wo sich alles um das Thema "Geschmackwandel" dreht. Es soll auf den Teller, was wir früher nicht wollten und heute die Finger nicht von lassen können.

Für mich ist das der Spargel.... ganz klar ist der für mich "früher bäh, heute yeah"!


Habt ihr auch so Gerichte, bei denen ihr früher die Nase gerümpft habt und die euch heute das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen und auf die ihr auf keinen Fall verzichten könnt? Dann her mit den Erinnerungen, ich bin gespannt.

Ich wünsche euch einen wunderbaren Feiertag.

Habt es schön!

Bea

1 Kommentar:

  1. Liebe Bea,
    vielen Dank für deinen wundervollen Beitrag zum Event, für deine Geschichte dazu und die lieben Worte ♥
    Und natürlich Dankeschön für dein leckeres Rezept. Der Spargel hatte es sehr lange auch bei mir nicht leicht. Irgendwo in meinen Zwanzigern habe ich die Kurve über den grünen Spargel bekommen und heute kann ich, genau wie du, die Saison nicht abwarten.
    Ich nehme mir jetzt eins der schönen Fotos mit und lasse dir im Tausch viele liebe Grüße da.
    Janke

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