Sonntag, 7. Juni 2015

Sirup von und mit dem Herrn Rhabarber

Da wartet man den halben verregnten Sommer, den windigen Herbst und kalten Winter hindurch auf die Rhabarberzeit und schwupp - kaum ist sie da, ist sie auch schon wieder vorbei... 

Ein bisschen erinnert mich das an meine Oma. Wenn ich, ein echtes Julikind, mich darüber beschwerte, dass die Zeit zwischen Geburtstag und Weihnachten und wieder Geburtstag kaugummilang war, sagte meine Omi stets: "Warte nur mein Schatz bis zu älter wirst, dann wird die Zeit fliegen und du wirst dich an Weihnachten fragen, wo das Jahr geblieben ist. " 
Natürlich verdrehte ich bei so philosophischen Ausführungen immer die Augen und dachte: 'Die Omi, was die wieder erzählt.' 

Heute kann ich meiner Oma nicht mehr erzählen, wie recht sie hatte. Aber wie ich meine schlaue Omi kenne, sitzt sie jetzt irgendwo da, wo wir alle mal hingehen, nickt mit dem Kopf und sagt: "Was hab ich dir nicht immer gesagt" und lächelt, wie sie eben immer gelächelt hat. 


Im Übrigen konnte die Omi auch ganz wunderbar backen. Ich seh sie noch in ihrer Küche stehen, der Tisch ausgestattet mit zwei Schüsseln zum Abwaschen, die man unter den Tisch schob, wenn man sie nicht brauchte.

Das Wasser kam zwar aus der Leitung, aber es floss nicht mehr dahin zurück. Eimer für Eimer musste sie auf die Strasse tragen... Und der Herd, heute stellen sich manche  Leute so einen Herd in die Küche, aus nostalgischen Gründen oder zum Heizen. Meine Oma hat noch auf so einen alten Ungetüm gekocht und gebacken, ohne Temperaturanzeige, ohne Zeitschaltuhr, dafür mit Kohle und Holz... Es ist wirklich verrückt, bedenkt man die Entwicklung der letzten 30 Jahre...


Hm, da bin ich jetzt wohl ein bisschen ins Plaudern gekommen... Eigentlich waren wir doch beim Rhabarber. Auch in diesem Jahr ist die Rhabarberzeit wieder nur so vorbeigeschossen. Aber bevor sie denn nun endgültig vorbei ist, noch schnell ein Rezept, das dieses wunderbare Gemüse in einer Flasche für uns konserviert. So ist die Wartezeit bis zur nächsten Saison nicht ganz so lang...


Rhabarbersirup - an heissen Tagen mit Eis getrunken... lecker!

1 Kilo Rhabarber (nur die hässlichen Enden werden abgeschnitten) in kleine Stücke schneiden und in einen Topf geben. 1 Liter Wasser dazugeben und das Ganze ca. 30 Minuten kochen lassen. Anschliessend alles durch ein Sieb geben. Das Sieb sollte entweder sehr engmaschig sein oder ihr legt ein Tuch rein. Mit einem Löffel oder einer Kelle den den Saft aus dem Rhabarbermus drücken.


Die Flüssigkeit wieder zurück in den Topf geben und mit 500g Zucker und dem Saft einer Zitrone noch mal eine halbe Stunde kochen lassen. Die Flüssigkeit sollte sich auf ca. 500 ml reduziert haben.

Jetzt nur noch in eine sterile Flasche abfüllen, kalt werden lassen und geniessen.


Das Rhabarbermuss müsst ihr nicht wegwerfen, daraus lässt sich locker noch ein Kuchen, eine Tarte oder Muffins zaubern... Leider hab ich davon kein Foto, die Gier war grösser...




Da es ab Montag wieder kühler werden soll und der Lieblingsmann endlich wieder von der Motorradtour zurück ist, werden wir die Sonne heute noch mal richtig geniessen... Und sicher ist ein eiskaltes Wasser mit Rhabarbersirup mit von der Partie...

Ich wünsche euch einen sonnigen Sonntag und habt es schön, bei dem, was ihr auch immer tut.

Bea

1 Kommentar:

  1. Mmmmh, lecker! Und einmal mehr total schöne Bilder! Wow!
    Auch wir geniessen hier gerade eisgekühlten Rhabarbersirup (vor allem mein Tochterkind steht total drauf!) ...... noch vom letzten Jahr..... Ich habe die Flasche irgendwie vergessen...... schmeckt wunderbar!
    Lg Martina

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